Widerstand der Länder
Reform des Banksystems könnte 10 % Kosten einsparen

Eine radikale Verschlankung des Deutschen Bundesbanksystems, vor allem der Landeszentralbanken, könnte nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums mehr als eine Viertelmilliarde DM Kostenersparnis pro Jahr bringen.

ddp/vwd BERLIN. Eine radikale Verschlankung des Deutschen Bundesbanksystems, vor allem der Landeszentralbanken, könnte nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums "mindestens 10 %" Kostenersparnis bringen. Pro Jahr bedeute dies mehr als eine Viertelmilliarde DM. Dies habe das Haus von Ressortchef Hans Eichel (SPD) in einem Brief an den SPD-Finanzexperten Klaus Lennartz mitgeteilt, berichtet eine Berliner Zeitung. Das Ministerium berufe sich darin auf Angaben von Bundesbankpräsident Ernst Welteke.

Zur Kosteneinsparung notwendig sind laut Welteke die Vermeidung von Doppelarbeiten. Wegfallen müsse auch aufwändiger Koordinierungsaufwand zwischen Zentrale und Landeszentralbanken (LZB) bei Aufgaben, die wie die Geldpolitik längst von der Europäischen Zentralbank (EZB) übernommen wurden. Überflüssig sei zudem der Unterhalt von derzeit zehn Bauabteilungen in Frankfurt am Main und neun Provinzstädten. Einsparungen bringe ferner der Abbau unnötiger Expertenteams für die LZB-Präsidenten.

Widerstand der Länder

Nach Berechnungen Weltekes könnte der Führungsaufwand jährlich von 11 auf 4 Mill. DM schrumpfen, wenn sich die Länder aus seine Reformpläne zur Verschlankung des Apparats einließen, schreibt die Zeitung weiter. Der Bundesbankpräsident wolle sein Institut künftig wie eine Geschäftsbank mit einem sechsköpfigen Vorstand führen, darunter auch einige Mitglieder aus den Ländern. Dabei würden die LZB-Präsidenten zu Filialleitern herabgestuft. Welteke habe für seine Pläne die Unterstützung von Finanzminister Eichel, beide träfen aber auf erheblichen Widerstand der Länder.

Wie die Zeitung weiter berichtet, haben die Landeszentralbanken seit der deutschen Einheit rund 3,4 Mrd. DM für 104 Objekte verbaut. Dazu zählten prunkvolle Repräsentanzen wie in München und Frankfurt (Oder). Weitere Projekte in Rostock, Schwerin, Cottbus, Erfurt, Halle, Dresden, Chemnitz, Leipzig und Berlin seien bereits fertig oder in Planung.

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