Widerstand scheinbar ungebrochen
US-Luftwaffe greift Stellungen der Taliban an

Amerikanische Militärflugzeuge haben am Dienstag Höhlenstellungen der Taliban und El Kaida in Ostafghanistan bombardiert. An der Front warteten derweil mehrere hundert afghanische Soldaten mit einigen Panzern auf den Befehl, die überlebenden Rebellen anzugreifen

Reuters GARDES/BAGRAM. Nach mehr als einwöchigen Kämpfen im Rahmen der größten der von den USA befehligten Schlachten des fünf Monate alten Afghanistan-Krieges haben sich bei Schahi Kot, etwa 150 Kilometer südlich von Kabul in der Provinz Paktia und nahe der Grenze zu Pakistan, Verstärkungen versammelt.

Zwar blieben die Schahi-Kot-Kämpfe im Mittelpunkt des Interesses, doch sagte ein ranghoher afghanischer Militärbeamter, Rebellen der Taliban und El Kaida hätten sich auch in vier Ostprovinzen neu gruppiert. Das schließe Wardak, Chost, Ghasni und andere Gebiete Paktias ein.

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram am Rande Kabuls, wo die "Operation Anaconda" koordiniert wird, sagte ein amerikanischer Militärsprecher, es stünden etwa 1000 afghanische Soldaten an der Front. Zwar seien 600 US-Soldaten abgezogen worden, doch befänden sich immer noch 1000 im Kampfgebiet.

In Washington sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, trotz des begrenzten Abzuges stehe die Operation weiter unter amerikanischem Befehl. Sie richtet sich gegen die Reste der El-Kaida-Guerilla in einem etwa 100 Quadratkilometer großen Gebiet. Das Militär hoffe, dass die Schlacht, an der auch eine Anzahl alliierter Soldaten teilnehme, in dieser Woche ende. Der amerikanische Major Bryan Hilferty sagte vor der Presse in Bagram: "Es hat seit vier oder fünf Tagen kein anhaltendes oder präzises Feuer der Rebellen mehr gegeben."

Der afghanische Militärbeamte, der auf die anderen Rebellen-Konzentrationen hinwies, sagte, es seien bereits tausende von Soldaten auf dem Weg in diese Gebiete, um Ärger zu verhindern. Geheimdienstberichte besagten, die Taliban- und El-Kaida-Kämpfer seien "bewaffnet und immer noch aktiv in diesen (vier) Gebieten", sagte der Berater von Verteidigungsminister General Mohammad Fahim handelt, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Wir wissen, dass sie am Leben sind und Ärger machen können."

Bis zu 5 000 Soldaten sollten in den fraglichen Gebieten stationiert werden; 700 seien bereits dort, sagte der Beamte, wollte aber die Stationierungsorte nicht nennen. Die Soldaten wollte die Rebellen nicht sofort angreifen. "Wir werden sie über unsere Kontakte wie die Stadt-Ältesten erst warnen. Wenn sie sich weigern, Ärger zu machen und sich nicht von ausländischen Agenten und Terrorismus distanzieren, werden wir gegen sie vorgehen", sagte er.

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