Wie auch Mittelständler den Kampf um die klugen Köpfe gewinnen können
Aus Arbeitnehmern werden unternehmerische Mitarbeiter

Es muss nicht immer ein höherer Lohn sein, um wichtige Mitarbeiter fürs eigene Unternehmen zu begeistern. Gerade kleinen und mittelständischen Firmen geht im Kampf um die "High Potentials" schnell die Luft aus, wenn Großunternehmen mit lukrativen Gehältern locken.

HB DÜSSELDORF. Was tun? Eine Antwort fand Ulrich Schwanengel, Gründer des Münchener IT-Beratungs- und Servicehauses Consol: Auch bei der Personalplanung und Mitarbeiterbindung innovativ sein. Was nur, wie die Consol Software GmbH praktiziert, bedeuten kann, dass gute Köpfe an den Erfolgen (finanziell) beteiligt und in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden.

Das Münchener Unternehmen mit 120 Mitarbeitern bietet seinen Beschäftigten ein - in dieser Form - wohl einzigartiges und attraktives Gewinn- und Wertzuwachsmodell an. Offensichtlich sehr erfolgreich. Denn das Unternehmen konnte 2003 seinen Umsatz gegen den Markttrend um über zehn Prozent steigern. Dabei werden etwa 50 Prozent der Gewinne auf die Mitarbeiter verteilt. Die Folge: Die Fluktuation ist extrem niedrig, im Capital-Wettbewerb "Deutschlands beste Arbeitgeber 2004" wurde Platz elf erreicht - und inzwischen wurde Consol auch in die Top-100-Liste der "Besten Arbeitgeber in Europa 2004" aufgenommen.

Werden damit tatsächlich aus Arbeitnehmern unternehmerisch denkende Mitarbeiter? "Erfolg - vor allem für Kopfarbeit-Unternehmen - bringt ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell nur dann, wenn die Angestellten auch wirklich unternehmerisch denken lernen", beschreibt Ulrich Schwanengel, Gründer und Geschäftsführer, das Modell. So informiere die Geschäftsführung alle Beschäftigten monatlich über aktuelle Entwicklungen. Ein "Ältestenrat" mit den wichtigen Wissensträgern des Unternehmens diskutiert regelmäßig mit den Geschäftsführern über die Strategien von Consol. Schwanengel: "Flache Hierarchien sind bei uns kein Schlagwort, sondern werden im Tagesgeschäft gelebt."

Sein "Aus-Mitarbeitern-werden- Unternehmer-Programm" hat Consol vor sieben Jahren gestartet. Das Programm macht den Arbeitnehmern zwei Punkte transparent: Wenn der Gewinn steigt, hat das spürbar positive Auswirkungen auf das Jahresgehalt. Und je länger sich der Mitarbeiter für das Unternehmen engagiert, desto höher wird der Anteil am Gewinn.

Um eine High-Tech-Firma aufzubauen, so hatte Gründer Schwanengel bald erkannt, sei es notwendig, das Wissen und die Erfahrung der Mitarbeiter als wichtigsten Vermögenswert zu erhalten. "Ich wollte mich auch mit besonderen Attraktionen von der Konkurrenz abheben, Da kam mir der Gedanke, die Mitarbeiter in einem beträchtlichen Umfang am Gewinn und darüber hinaus bei einem denkbaren Verkauf von Anteilen der Firma auch am Verkaufserlös zu beteiligen." So bestand von Anfang an die Absicht, nach einer Anlauf- und Konsolidierungsphase und ab einer gewissen Größe mit relativ gesichertem Auftragsvolumen gut die Hälfte der Gewinne nach einem geregelten Plan an die Mitarbeiter auszuschütten.

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