„Wie auf glühenden Kohlen": Gold gibt nach Bush-Ultimatum weiter nach

„Wie auf glühenden Kohlen"
Gold gibt nach Bush-Ultimatum weiter nach

Gold hat am Dienstag im europäischen Handel weiter nachgegeben. Der nach dem Ultimatum, das US-Präsident George W. Bush dem irakischen Staatschef Saddam Hussein gestellt hat, festere Dollar und die anziehenden Aktienkurse belasteten das Edelmetall, erklärten Händler.

Reuters LONDON. Bush hat Hussein eine Frist von 48 Stunden gegeben, um das Land zu verlassen und so einen Krieg im letzten Moment abzuwenden. Im Vorfeld der Rede war Gold zunächst noch gestiegen, bröckelte in der Folge wegen des Dollaranstieges dann aber ab.

Die Feinunze Gold kostete gegen 13.00 Uhr 335,00/335,75 nach 336,75/337,50 Dollar zu Handelsschluss in New York am Montag. Das Londoner Vormittagsfixing erfolgte bei 334,90 nach 340,75 Dollar am Montagnachmittag.

Gold, das in Zeiten politischer Unsicherheit traditionell als "sicherer Hafen" gilt, hat zuletzt einen grossen Teil der jüngst erzielten "Kriegsprämie" wieder abgegeben. Noch vor Monatsfrist hatte das gelbe Metall in Erwartung eines Irak-Krieges bei 388,50 Dollar notiert. Händler sagten, viele Marktteilnehmer schienen nach dem Motto "buy the rumour, sell the fact" zu handeln.

Eine Belastung stelle zudem die wieder anziehende US-Devise dar. Ein fester Dollar macht das in der US-Devise angeschriebene Gold für nicht in dieser Währung rechnende Anleger teuerer.

Die Gold- und Finanzmärkte dürften die nächsten 48 Stunden "wie auf glühenden Kohlen sitzen", sagte ein Händler. Ein Edelmetallexperte erklärte: "Die Rede war im Rahmen der Erwartungen, deshalb haben wir diese ruhige Reaktion gesehen. Ich denke, selbst wenn der Kampf beginnt, wird das nur einen geringen Einfluss auf den Markt haben." Erst der Einsatz von chemischen und biologischen Waffen oder Terrorattacken in den USA oder anderswo dürfte wieder zu einem Anstieg bei Gold führen.

Gold zeigte sich in Kriegszeiten überwiegend volatil. Als irakische Truppen 1990 in Kuwait einmarschierten, stieg der Feinunzenpreis um 45 Dollar bis auf 415 Dollar. Als die alliierten Streitkräfte dann mit der Befreiung Kuwaits begannen, fiel die Notierung wieder um 40 Dollar.

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