Wie der neue Trainer Magath den FC Bayern fit macht
Mit militärischer Disziplin zum Titel

Werner Leuthard hat einen hübschen Spitznamen erhalten, Drill Sergeant haben ihn die Bayern-Fans getauft, und tatsächlich klingt das angemessener als Konditionstrainer, wie der Mann sonst verniedlichend genannt wird.

MÜNCHEN. Als Gebirgs- und Fallschirmjägeroffizier war Leuthard, der schon beim VfB Stuttgart unter Felix Magath arbeitete, einst für die Bundeswehr im Einsatz, ehe er in Bad Gögging ein Sportzentrum eröffnete und damit begann, Spitzensportler wie Steffi Graf in Hochform zu bringen. Die Erfahrungen, die er beim Militär sammelte, seien ihm dabei durchaus nützlich. "Eine feste Organisation muss es eben geben", sagt Leuthard.

Bei den Bayern hat er inzwischen für die wichtigsten Grundlagen im Ausdauer- und Schnellkraftbereich gesorgt, "sehr leistungswillig" hätten sich die Profis gezeigt. Er habe bestimmte Ziele gesetzt, und diese, führt Leuthard in einem Tonfall an, der nicht zu Widerworten ermuntert: "Diese Ziele werden wir auch erreichen."

Felix Magath hat nichts dem Zufall überlassen. Ausgestattet mit dem Auftrag, der Mannschaft die Sattheit der letzten Jahre ordentlich auszutreiben, ist der ehemalige Stuttgarter Anfang des Monats angetreten, und bislang läuft alles nach seinem Geschmack. "Das waren wunderbare erste drei Wochen", sagte Magath, wenngleich zu vermuten ist, dass mancher Spieler die bisherige Vorbereitung anders beschreiben würde.

Befürchtungen, dem Starensemble sei der harte Kurs nicht so einfach überzustülpen, scheinen unbegründet. "Die Mannschaft zieht sehr gut mit", sagt Magath. Entscheidender Unterschied zu seinem alten Arbeitgeber ist, dass Titel nicht willkommenes Extra, sondern kalkuliertes Ergebnis sind.

Mit rund 26 Millionen Euro haben die Bayern so viel investiert wie der Rest der Liga zusammen. Während Außenverteidiger Andreas Görlitz (1860, 2,5 Millionen Euro Ablöse) sowie die Stürmer Vahid Hashemian (Bochum, 2 Millionen) und Jose Paolo Guerrero (eigene Amateure) als wertvolle Ergänzungen zu werten sind, sollen Lucio (Leverkusen, 12) und Torsten Frings (Dortmund, 9) Abwehr und Mittelfeld auf Anhieb veredeln und helfen, zumindest einen Titel zu gewinnen.

Am heutigen Montag kehren mit Torwart Oliver Kahn und Mittelfeldstar Michael Ballack - der nun angeblich Kahn als Spielführer ablösen soll - die letzten deutschen EM-Teilnehmer heim. Ihnen hatte Magath Sonderurlaub gewährt, genau wie Roy Makaay, der noch bis Mittwoch frei hat. Ansonsten fehlt vor allem noch Stürmer Claudio Pizarro, der sich bei der Copa America schwer am Kopf verletzte und operiert werden musste. Auch Lucio und Sagnol sind noch verletzt und können die USA-Reise der Bayern vom 22. bis 26. Juli nicht mitmachen.

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