Wie der Stürmer das Spiel gegen Lettland erlebte
90 MINUTEN mit Fredi Bobic

Fredi Bobic hat den ersten Ballkontakt des Spiels - beim Anstoß schiebt er den Ball auf seinen Sturmpartner Kevin Kuranyi. Es ist für den Angreifer das erste EM-Spiel von Beginn an seit der EM 1996.

HB DÜSSELDORF. Im ersten Spiel bei dieser EM wurde er gegen Holland spät eingewechselt. Nach eineinhalb Minuten hat Bobic den Ball wieder, sein erster Pass landet im Aus. Sein zweites Zuspiel nach vier Minuten wird vom englischen Schiedsrichter Riley abgepfiffen - Abseits. In der achten Minute kommt erstmals ein Pass von ihm an. Es ist ein Rückpass auf Ballack.

Bobics Gegenspieler heißt Mihails Zemlinskis, er kommt von Skonto Riga. Der Lette ist ein Spieler von mächtigem Wuchs. Bobic ist auch nicht gerade klein. 1,88 Meter ist er hoch, aber viel schmaler als Zemlinskis. Um sich von ihm zu lösen, kommt Bobic seinen Mittelfeldspielern oft ein ganzes Stück entgegen - mit dem Gesicht zum eigenen Tor. Er bietet sich oft an, meist aber steht ein anderer deutscher Spieler besser. In der 21. Minute steht Bobic vor dem eigenen Tor, Ecke für die Letten. Bobic muss mit seiner Kopfballkunst in der Abwehr aushelfen. Kurz darauf gewinnt er ein Kopfballduell vor dem gegnerischen Tor, doch der Ball landet dort, wo keiner seiner Mitspieler ist.

Deutschland kommt jetzt öfter über die Flügel. Bobic müht sich und will sich Platz um den Elfmeterpunkt herum verschaffen. Bisher hat nur Kuranyi Flanken bekommen. In der 39. Minute weicht er auf den linken Flügel aus und bekommt den Ball. Seine Flanke aber wird abgefangen. Es ist sein bisher 37. Länderspiel, zehn Tore hat er dabei erzielt. Obwohl er sich redlich müht, deutet vor der Pause wenig darauf hin, dass er gegen Lettland trifft.

Vor dem Wiederbeginn prüft Bobic mit seinen Händen noch einmal den Sitz seiner Stollenschuhe, hat er sie in der Kabine gewechselt? Ein geplantes Zuspiel zu Kuranyi bleibt bei einem Letten hängen. Darauf gelingt ihm wieder etwas, er hält vorne den Ball und wartet, bis seine Mitspieler nachrücken. Er spielt quer zu Ballack. Dann schubst er seinen Gegenspieler um. Riley pfeift, Bobic mault. Eine Schwäche des Spielers von Hertha BSC. Es gibt Spiele, in denen verwendet er seine ganze Kraft darauf, zu reklamieren und zu lamentieren.

Bobic schwitzt ganz schön, sein Kopf ist rot, dabei muss er keine weiten Wege gehen. Die deutsche Mannschaft ist fast die ganze Zeit im Angriff. Nach einer Stunde wird Bobic gefoult, wieder regt er sich auf. In der 67. Minute hat er die große Chance, Deutschland in Führung zu schießen, doch er erreicht den scharfen Pass von Kuranyi nicht und rutscht vier Meter vor dem Tor ins Leere. Rudi Völler hat genug gesehen. In der 68. Minute holt er Fredi Bobic vom Feld. Für ihn kommt Miroslav Klose, der schon seit ein paar Minuten auf seine Einwechslung wartet.

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