Wie ein Helm beim Fahrradfahren
Digitale Signatur in der Warteschleife

Mit der Digitalen Signatur ist es, wie mit der Gurtpflicht im Auto oder dem Helmtragen auf dem Fahrrad: Solange es keinen Zwang oder Anreiz gibt, die Sicherheitsvorkehrungen auf der Datenautobahn zu nutzen, wird es kaum jemand tun.

Zwar gibt es inzwischen erste Anreize, die elektronische Unterschrift im E-Business einzusetzen, doch der große Durchbruch wird noch Jahre auf sich warten lassen, wie jüngste Marktstudien zeigen. Die Anbieter der Digitalen Signatur hatten gehofft, dass mit der Rechtsverbindlichkeit digitaler Signaturen automatisch auch das Interesse an der Sicherheitstechnik steigen werde. Doch weit gefehlt. Nur wenige Firmen und kaum Privatpersonen nutzen die Möglichkeit, ihre E-Mails, Rechungen oder Bestellungen via Internet mit ihrer elektronischen Unterschrift zu versehen.

Das liegt zunächst einmal daran, dass viele User gar nicht wissen, wie man an eine Digitale Signatur kommt. Was bislang darüber publiziert wurde, klang immer recht kompliziert. Darüber hinaus schätzen viele das Sicherheitsrisiko bei der Abwicklung von Internetgeschäften als recht gering ein. Es sind ja auch kaum Fälle von Betrug bekannt geworden, so dass es bislang wenig Anlass gibt, sich Sorgen zu machen.

Daher versuchen die Anbieter der Digitalen Signatur ihre Dienstleistung nun vor allem Firmen über die Kostenschiene schmackhaft zu machen. Berater rechnen vor, wie viel Geld gespart werden könnte, wenn der Einkauf oder das Rechungswesen komplett über die Datenautobahn abgewickelt würde. Schützenhilfen gibt auch das Finanzamt, das elektronisch erstellte Rechnungen, die mit Digitaler Signatur versehen sind, beim Vorsteuerabzug akzeptiert.

Es fehlen jedoch noch die Anreize für den privaten User. Die sollen demnächst die Behörden liefern. Wer sich in Zukunft per E-Mail ummelden oder sein Auto online anmelden will - ohne zusätzlich im Rathaus oder auf dem Straßenverkehrsamt seinen Personalausweis vorzeigen zu müssen -, muss dem Antrag seine elektronische Unterschrift hinzufügen. Die Anbieter der Digitalen Signatur müssen hier allerdings noch geduldig sein. Bis die Online-Verwaltung Realität ist, werden noch Jahre vergehen. Vor 2006 rechnet niemand ernsthaft damit, dass die elektronische Unterschrift Standard für interne Verwaltungsabläufe sein wird.

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