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Wie flirten eigentlich die Briten?

Diese Frage hat uns schon lange bewegt, jetzt haben wir die Antwort. Während Italiener es gern den singenden Gondoliere sagen lassen und sich Franzosen eines romantischen Chansons bedienen können, greifen die Engländer ganz diskret zum kleinen Handy.

71 Millionen "anzügliche und romantische" SMS werden pro Woche im Königreich verschickt, haben die Meinungsforscher von Continental Research herausgefunden. Flirten bis das Netz qualmt: Denn damit hat jede vierte gesendete Textnachricht im Land einen amourösen Hintergrund. Verabredungen für?s Kino, Sportergebnisse - weit abgeschlagen. Nur SMS-Witze kommen mit 63 Millionen Nachrichten pro Woche noch an liebesnahe Zonen heran. Kein Wunder, die meisten dürften ebenfalls anzüglichen Inhalts sein.

Irgendwie haben wir es ja schon länger geahnt. Der alte Leitspruch: "No sex please - we are british!" - alles nur Tarnung. So erklärt sich endlich auch, warum Handyfirmen gerade in Großbritannien so besonders erfolgreich sind. Tipp, Tipp, Tipp - die Liebeserklärung per SMS sei einfach wie für dieses Land erfunden, meinen Forscher - ganz diskret und ohne peinliche Folgen.

Aber es geht keineswegs nur um plumpe Anmache. Dem Handy verdanken viele Paare auf der Insel auch stabilie Beziehungen, wie eine andere Studie offenbart hat. Vierzehnmal pro Woche - also zweimal am Tag! - sagen sich Pärchen per Tastendruck, dass sie sich lieben. Wie praktisch, dass sich Nachrichten leicht speichern lassen.

Schon tun sich neue Geschäftsfelder auf. Die Firma Love Match UK setzt auf die geheimen Sehnsüchte unter der prüden britischen Schale. Denn Briten würden in Textnachrichten Dinge sagen, die sie sonst nie aussprechen, glaubt das Unternehmen. Es bietet darum die Möglichkeit Liebes-SMS völlig anonym zu versenden. Gefahr droht da nur von der neuen UMTS-Technik. Wenn die neue Handy-Generation auch Bilder überträgt, ist die englische Diskretion schnell im Eimer.

Überdenken muss auch TV-Start Jeremy Paxman, sozusagen der Ulrich Wickert des großen Senders BBC, seine These über das Sexleben der Briten. Die Engländer hätten Wärmeflaschen statt Sex im Bett, hat Paxman in seinem süffisanten Buch über die Nation geschrieben. Der moderne Brite nimmt nun aber wohl etwas ganz anders mit unter die Decke - sein Handy. Send!

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