Wie schätzen Experten die Aktie ein?
Der Streitfall: Preussag

Die Reisekunden mauern, das erste Quartal fällt mager aus. Wie sind jetzt die Aussichten des Touristikunternehmens einzuschätzen?

Die Analysten der Hamburger Sparkasse erneuern ihre Kaufempfehlung.

Nach dem Rekordjahr 2001 fällt der Ausblick für 2002 verhalten aus...

Der Touristikkonzern, der außerdem in den Segmenten Logistik und Industrie positioniert ist, will in naher Zukunft 80 Prozent des Umsatzes mit Touristik erwirtschaften. Im Geschäftsjahr 2001 fiel trotz erschwerter Rahmenbedingungen ein Rekordergebnis an. Der Ausblick für das laufende Jahr ist jedoch - auch wegen politischer Risiken - verhalten.

...aber 2003 geht es wieder auf den Wachstumspfad...

Preussag sollte ein besseres Ergebnis als der gesamte Touristikmarkt erzielen. Denn ein Wettbewerbsvorteil des Konzerns ist seine hohe Flexibilität: Ein großer Teil der Flug- und Hotelkapazität wird durch externe Anbieter abgedeckt. Außerdem profitiert das Unternehmen von der gesamten touristischen Wertschöpfungskette und ist in Europa breit positioniert. Von 2003 an sollte Preussag wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Zudem macht der Abbau des Industriegeschäfts Fortschritte. Konzernweit sollen 1200 Stellen wegfallen und im laufenden Jahr 160 Millionen Euro (nach 40 Millionen Euro im Vorjahr) eingespart werden.

...und langfristig ist Preussag eine viel versprechende Basisanlage.

Die Konzentration auf das Touristikgeschäft sollte langfristig strategische Vorteile und eine Stärkung der Ertragskraft bewirken. Wegen der langfristig positiven Geschäfts- und Wachstumsaussichten bleibt die Preussag-Aktie eine viel versprechende Basisanlage für den langfristig orientierten Investor.





Rolf Geck von der Düsseldorfer WGZ-Bank rät, die Titel zu reduzieren.

Die erneute Verunsicherung nach der Normalisierung...

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 stellen eine Zäsur in der Touristikbranche dar. Sie musste ebenso wie die Fluggesellschaften im vierten Quartal 2001 massive Buchungseinbußen und eine Stornierungswelle verkraften. Zwar zeichnet sich eine Normalisierung ab, der Anschlag in Tunesien wirkte sich aber sofort wieder negativ aus. Preussag bezifferte die aktuellen Buchungsrückgänge für alle Märkte mit 8,5 Prozent.

...schwächt Preussag im laufenden Jahr...

Für 2002 rechne ich wegen der Ergebnisabschwächung in der Touristik damit, dass Preussag eine Abschwächung des Spartenergebnisses um rund fünf Prozent verzeichnen dürfte. Von einer noch stärkeren Verunsicherung und Buchungszurückhaltung gehe ich nicht aus. Da die Steuerquote 2002 von 22,9 auf rund 24 Prozent steigen dürfte, gehe ich von einer leicht überproportionalen Abschwächung des Jahresüberschusses um 12,1 Prozent auf 362 Millionen Euro aus. Pro Aktie wären das 1,75 Euro nach 1,96 Euro.

...aber 2003 wird besser.

Im nächsten Jahr erwarte ich positive Effekte sowohl in der Touristik als auch in der Logistik. Das führt zu einer deutlichen Verbesserung des Gewinns pro Aktie auf 2,03 Euro. Im Branchenvergleich mit Club Méditerranée, First Choice und Kuoni leitet sich nach meinen Berechnungen ein fairer Wert der Aktie von 32 Euro ab. Daher: reduzieren.

Quelle: Wirtschaftswoche

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