Wie schon beim Hinspiel
Joker Klose wieder der Retter

"Air-Klose" darf ab sofort als Retter des Urlaubs-Friedens bezeichnet werden. Mit seinem erlösenden 1:0 auf Färöer hat der WM-Held nicht nur die Blamage gegen den Fußball-Zwerg von den 18 Atlantik-Inseln und damit Endlos-Diskussionen um die deutsche Nationalelf verhindert.

HB/dpa TORSHAVN. Miroslav Klose konnte für sich selbst noch eine Saison positiv abschließen, die durchaus das Prädikat Horror-Spielzeit verdient. "Jetzt gehe ich erst einmal in Urlaub, dann kann ich die neue Saison angehen", wollte der Stürmer des 1. FC Kaiserslautern nach dem 2:0-Abschluss in Torshavn von Fußball am liebsten nichts mehr wissen.

"Ich habe eine lange Durststrecke hinter mir", sagte Klose, der auf den Färöer erstmals seit der WM aus sportlichen Gründen nicht in der Startelf stand. "Wir hatten diese Tage ein tolles Gespräch, da hat er sein Herz ausgeschüttet, was in den letzten Monaten so gelaufen ist", berichtete Rudi Völler. Mit dem FCK wandelte er ständig am Rande des Untergangs, in der Nationalelf blieb er acht Monate ohne persönliches Erfolgserlebnis. Die Transferrechte des Stürmers gingen als Lauterer Rettungsanker für fünf Millionen Euro an Lotto Rheinland-Pfalz. "Ich habe versucht, das irgendwie zu verdrängen", gestand Klose.

Obwohl er in Lautern nach einer guten Winter-Vorbereitung an alte Stärken wieder anknüpfen konnte, lief lange nicht alles rund. "Das eine oder andere Tor hätte es schon mehr sein können", meinte Klose zu seiner Bundesliga-Quote von 32 Spielen und 9 Treffern 2002/2003. Und in der Nationalelf blieb "Mirek" sogar 456 Minuten ohne jeden Torjubel - der Salto war fast in Vergessenheit geraten. "Für Miro war es toll, vor allem nach der Kritik nach dem Schottland-Spiel", freute sich deshalb Völler doppelt. Zum einen über Kloses zurück gewonnene Qualitäten als Joker, zum anderen über sein eigenes goldenes Händchen.

Denn praktisch hat die Wiedergeburt des WM-Sturms von 2002 dem Vizeweltmeister nun das Tor zur EM 2004 weit geöffnet. Völler beorderte nach 65 zähen Minuten Klose zu Oliver Neuville auf das Feld. Beide hatten in Asien ab dem Achtelfinale das deutsche Angriffsduo gebildet. Und tatsächlich flankte der Leverkusener Neuville eine Minute vor dem Ende auf das Goldköpfchen von Klose: 1:0, Sieg, drei Punkte. Das 2:0 von Bobic, das der alte WM-Sturm mit vorbereitete, bildete die Zugabe. "Wenn man positiv bleibt, wird man belohnt", fand der WM-Torjäger (5 Treffer) seine Erklärung für das Happy End. Schon im Hinspiel hatte Klose das entscheidende Tor zum 2:1 gegen die Färöer markiert. Klose als Retter - Völler freut's.

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