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Wie sich Bundesliga-Klubs im Internet präsentieren

Deutschlands Fußball-Größen zeigen im Netz Fantasie: Der SC Freiburg präsentiert Dessous-Dialoge, Köln bietet Mallörchen...

dpa HAMBURG. Neugierig auf Uli Hoeneß' Arbeitszimmer oder die intellektuell-anrüchigen Dialoge Freiburger Fußballfans? Das World Wide Web stillt den Wissensdurst. Im Internet präsentieren sich die Bundesligisten mal witzig, mal geschäftsmäßig. Zeitgemäß weihnachtlich gestaltete der 1. FC Köln seine Homepage in der Adventszeit. Hinter einem virtuellen Adventskalender mit Christbaum und Geißbock "Hennes" verbargen sich aber anstelle von süßen Leckereien bittere "Mallörchen", Zitate aus dem verbalen Abseits: "Man darf das Spiel nicht so schlecht reden, wie es wirklich war." (Olaf Thon).

Mangelnde Kreativität auf dem Feld macht Bundesliga-Schlusslicht FC St. Pauli durch einen ausgefallenen Internet-Auftritt wett. Statt konventionelle Schaltflächen klickt der User beim Kiez-Club eine Totenkopf-Fahne an, um ins geplante "größte digitale Stadion der Welt" zu gelangen. Bei Hertha BSC Berlin zeigt sich Maskottchen "Herthino" von seiner niedlichen Seite, und im virtuellen Fan-Shop von Hansa Rostock räkelt sich eine Blondine im Tiger-Slip in, auf und unter der Vereins-Bettwäsche.

Apropos leicht bekleidet: Neben Fragen über die Zulässigkeit des Imports von Stammzellen leisten sich im Forum des SC Freiburg die "Chatter" auch Dialoge über die Vorlieben für Dessous. "Amazone" (Pseudonym) trägt demnach am liebsten "schwarzes Leder und schwarze Spitze, manchmal mit einem Hauch von Rot". Fraglich bleibt, ob es sich dabei nur zufällig um die Trikotfarben des SCF handelt.

Ein "roter Teufel" gibt Online-Kickern beim Torwandschießen auf der Homepage des 1. FC Kaiserslautern die Vorlage. Doch auch ernste Themen werden von den Vereinen aufgegriffen: So zeigt beispielsweise der FC Energie Cottbus dem Rassismus die Rote Karte.

Beliebt sind bei den Clubs und Usern auch Umfragen, zuletzt zum Thema Herbstmeisterschaft. Doch auch aktuelle Probleme der jeweiligen Teams haben Konjunktur. So rief der VfB Stuttgart die Besucher seiner "Heimseite" auf, während der Rekord-Torflaute im eigenen Stadion zu Saisonbeginn für mögliche Sturmduos zu votieren. Niedrige Werte von den Wählern dürften das Selbstvertrauen mancher Kandidaten aber nicht gesteigert haben. Die Umfrage wurde gestoppt.

Neben der regulären Vereinsseite offeriert der FC Schalke 04 noch eine weitere Homepage, auf der sich alles um die Arena "AufSchalke" dreht. Der Schritt auf das Börsenparkett ist für den Besucher der Homepage bei Borussia Dortmund ebenso klein wie in die gut sortierte Umkleidekabine des Champions-League-Gewinners von 1997. Und "Löwen"- Fans konnten selbst Wochen nach der Entlassung von Werner Lorant als Trainer des TSV 1860 München noch ein Polo-Shirt mit Autogramm des Ex-Coaches ersteigern. Beim SV Werder Bremen wird gepuzzelt und beim VfL Wolfsburg die Fan-Hymne intoniert.

Pure Freude strahlt dem Internet-Benutzer beim Weltcupsieger FC Bayern München entgegen - trotz der derzeitigen Krise. Oliver Kahn, Stefan Effenberg, Ottmar Hitzfeld und Mehmet Scholl recken Pokale und Meisterschale in die Höhe. Neben aktuellen Schlagzeilen wie bei den anderen Clubs auch, findet der User zudem Zugang zum Arbeitszimmer von Uli Hoeneß - bayrisch-gemütlich ausgestattet mit einer Bast- Garnitur und Auflagen im Karo-Look. Außerdem kann der Besucher der Bayern-Homepage sein Gedächtnis mit einem Foto-Memory schulen - damit er die großen Erfolge der Münchner auch ja nie vergisst.

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