Wie sich ein Mittelständler gegen die Macht derausländischen Konzerne wehrt
Trimet hat keine Angst vor großen Konkurrenten

Trimet betreibt die größte, nicht zu einem Konzern gehörende Aluhütte in Europa. Im Vergleich zu den Alu-Riesen am Markt ist Trimet ein Zwerg, der sich aber zu behaupten weis.

HB ESSEN.

Der Mann hat einen Stromverbrauch wie eine Großstadt mit 600 000 Einwohnern. 2,5 Terawattstunden, das sind 2,5 Milliarden Kilowattstunden Strom, verbraucht Heinz Peter Schlüter, 49 in einem Jahr. Er ist Eigentümer und Vorstandsvorsitzender der Trimet Aluminium AG in Essen. In drei riesigen, 750 Meter langen Hallen, bestückt mit je 120 Elektrolyseöfen, werden pro Jahr 155 000 Tonnen Primäraluminium erzeugt. Trimet betreibt die größte, nicht zu einem Konzern gehörende Aluhütte in Europa.

Dabei ist Essen wahrlich kein idealer Standort für die besonders energieintensive Aluminiumproduktion. Waren die Strompreise in Deutschland im internationalen Vergleich schon immer recht hoch, so "hat sich der Abstand zu unseren ausländischen Wettbewerbern mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz noch vergrößert", beklagt Trimet - Technikvorstand Kurt Ehrke, 59.

Nach dem EEG werden die Kosten für teuren Ökostrom aus Wind, Wasser, Biomasse und Sonne auf alle Stromverbraucher umgelegt. Der Strompreis steigt dadurch um fast einen halben Cent. Nicht viel, könnte man meinen.

Heiko Graeve, 52, der sich im Trimet-Vorstand um Finanzen kümmert, macht freilich eine andere Rechnung auf: "Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir 10,4 Millionen Euro an EEG-Abgaben gezahlt." Jede Tonne Primäraluminium, die Trimet erzeugt hat, verteuerte sich dadurch um 65 Euro.

"Ein Wahnsinn", findet Ehrke. Er war deshalb der erste in Deutschland, der eine seit Juli gültige Härtefallklausel für besonders energieintensive Unternehmen genutzt und Trimet von der Hauptlast der EEG-Umlage befreit hat. "Bis zum 22. August 2004 zahlen wir jetzt nur 1,5 Millionen Euro", sagt Ehrke, aber richtig freuen kann er sich über die Deckelung der EEG-Umlage nicht.

Denn die Ausnahmeregelung ist auf zwölf Monate befristet. "Für Investitionsentscheidungen brauchen wir aber langfristige Planungssicherheit", pflichtet ihm Graeve bei. Beide hoffen, dass die Härtefallklausel bei der im nächsten Jahr anstehenden Novelle des EEG in das Gesetz aufgenommen wird.

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