Wie Ulla Salzgeber ihr Pferd Rusty vorbereitet
Sonnenbank und Seekrankheit

Ulla Salzgebers Pferd Rusty verträgt das Reisen eigentlich nicht, vor zwei Jahren bei der WM in Jerez hatte er nach seiner Ankunft Fieber bekommen und prompt den Grand-Prix-Auftritt verpatzt. Wie die Dressurreiterin ihr „Gold-Stück" für Athen vorbereitet.

BERLIN. Das Schlimmste hat Rusty überstanden. In der vergangenen Woche musste der 16-jährige Wallach in Münster in ein Flugzeug klettern und einen vierstündigen Flug nach Athen ertragen. Neben ihm litt Ulla Salzgeber. "Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass er wieder Fieber bekommt", sagt die Dressurreiterin. Rusty verträgt das Reisen nicht, vor zwei Jahren bei der WM in Jerez hatte er nach seiner Ankunft Fieber bekommen und prompt den Grand-Prix-Auftritt verpatzt. "Reisefieber bei Pferden ist so etwas wie die Seekrankheit bei den Menschen", erklärt Ulla Salzgeber. Ihr Mann Sebastian wählt einen noch anschaulicheren Vergleich. "Pferde können sich nicht übergeben, deshalb bekommen sie Fieber."

Gestern fuhren die Salzgebers an einen Stadtstrand von Athen. "Wir gehen baden", sagte Ulla Salzgeber, "wir wollen uns ein bisschen an die Hitze gewöhnen." Rusty stand in einem Stall bei einem befreundeten Reiter. Am Morgen durfte er über einen privaten Parcours reiten. Bisher hat das Pferd alles gut überstanden. "Es gibt drei Boxen, viel Sand, einfach herrlich", sagt Ulla Salzgeber, "und die Hitze ist auch nicht so schlimm, wie wir es gedacht haben." In Deutschland hatte sie Rusty mit einer Solarsonne bestrahlen lassen, damit er sich an die Hitze gewöhnt und keinen Sonnenbrand bekommt. Das Beste aber ist, dass Rusty ohne Fieber geblieben ist. Nun können er und Salzgeber um Gold reiten.

Als Mannschaft zählt die deutsche Dressur-Equipe zu den Goldfavoriten. Seit 1984 in Los Angeles ertönt bei einer olympischen Siegerehrung für Dressur-Teams stets das Deutschlandlied. Spannender wird es im Einzelwettbewerb. Salzgeber und Rusty sind auch hier die Favoriten, allerdings unterlagen beide vor einem Monat beim CHIO in Aachen überraschend der Holländerin Anky van Grunsven auf Salinero. "Wir können uns in Athen noch steigern", kündigte Salzgeber nach der Niederlage an.

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