Wie von Analysten erwartet
Geldmengenwachstum hat sich verlangsamt

Das Wachstum der Geldmenge hat sich in der Euro-Zone im Oktober wie von Analysten erwartet etwas verlangsamt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat habe die Geldmenge M3 um bereinigt 7,0 % nach revidiert 7,3 % zugenommen, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt mit.

Reuters FRANKFURT. Der gleitende Dreimonatsdurchschnitt (August bis Oktober) betrug unverändert 7,1 % und lag damit weiter deutlich über dem EZB-Referenzwert von 4,5 %. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit diesen Werten gerechnet und führen den Rückgang der Jahresrate auf einen Basiseffekt und die leichte Erholung der Aktienmärkte im Oktober zurück.

Die Kreditvergabe in der Euro-Zone nahm im Oktober den EZB-Angaben zufolge wie im Vormonat um 4,3 % zu. An den privaten Sektor seien 4,9 (revidiert 5,0) Prozent mehr Kredite vergeben worden als vor einem Jahr.

Starkes Geldmengenwachstum kann zu steigender Inflation führen und ist für die EZB, deren oberstes Ziel ein stabiles Preisniveau ist, normalerweise ein Zeichen für die Notwendigkeit von Zinserhöhungen. Die EZB weist allerdings schon länger darauf hin, dass angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone ein Liquiditätsüberschuss kaum Inflationsdruck zur Folge haben wird. Die Geldmenge wächst bereits seit Mitte letzten Jahres übermäßig stark, weil viele Investoren wegen der Kursverluste an den Aktienmärkten ihr Geld in festverzinsliche, in M3 enthaltene Anlagen umgeschichtet haben.

Die EZB richtet ihre Geldpolitik an einer umfassenden Beurteilung der Inflation und am Geldmengenwachstum aus. M3 umfasst nach Definition der Zentralbank Bargeld, Einlagen auf Girokonten bei Banken, Einlagen und Schuldverschreibungen bis zu zwei Jahren, Repogeschäfte, Geldmarktpapiere und-fonds sowie Spareinlagen mit bis zu dreimonatiger Kündigungsfrist.

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