Wiebes Weitwinkel
Chance für die Allfinanz

Allianz reimt sich auf Allfinanz. Und der Zusammenklang könnte noch besser werden: Versicherungs- und Bankgeschäft werden sich ähnlicher, daher ist der Verkauf aus einer Hand – die Allfinanzidee – aktueller als je zuvor.

Zwar ist die Allianz, der größte deutsche Versicherungskonzern, vor Jahren eher unfreiwillig an die Dresdner Bank gekommen: Sie hatte eine große Beteiligung daran und wollte deren Wert erhalten. Das führte am Ende zur Übernahme der Dresdner Bank, weil andere Optionen für sie, zum Beispiel eine Fusion mit der Deutschen Bank, sich zerschlagen hatten. Seitdem macht die Allianz aus der Not eine Tugend und treibt die Allfinanzidee voran.

Interessant sind in dem Zusammenhang eine Produktoffensive der Allianz und eine Studie der Kölnischen Rück, die Allfinanzkonzepte in verschiedenen Ländern vergleicht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis: Voraussetzung für den Erfolg ist, dass die Versicherungsprodukte möglichst ähnlich wie Bankprodukte funktionieren. Das heißt vor allem: Die Kunden wollen flexibel ein- und auszahlen können. Sie kaufen in der Bank eher Geld- und Sparprodukte und wollen dort keine starren Vorsorgeverträge abschließen.

In genau diese Richtung geht die Produktoffensive der Allianz Lebensversicherung: Ein- und Auszahlungen werden flexibler. Das ist kein Zufall: Die steuerlichen Rahmenbedingungen erzwingen heute nicht mehr so starre Verträge wie früher. Zugleich wird den Kunden künftig die Kündigung erleichtert – das schafft für den Versicherer Anreize, ihm mehr Flexibilität einzuräumen.

Daher wird sich die gesamte Branche in diese Richtung bewegen. Und damit erhält der Allfinanzgedanke Schub – auch als Kooperation zwischen Banken und Versicherern; es muss nicht gleich eine Fusion sein.

Hoffentlich begreift die Finanzbranche diese Chance. Die Sparkassen und vor allem die Genossenschaftsbanken sind in puncto Allfinanz schon weiter als die Allianz. In anderen Ländern, etwa Benelux, Frankreich oder Spanien, ist dieses Konzept weiter verbreitet als bei uns.

Wenn sich die Idee noch mehr durchsetzt, werden letztlich die Vetriebswege der Finanzbranche besser genutzt. Das hat Kostenvorteile – am Ende hat jeder was davon, auch der Kunde.

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