Wiebes Weitwinkel
Geschlossenes S-Weltbild

Wer legt eigentlich mal dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband das Handwerk? Seit Jahr und Tag propagiert der DSGV, der letztlich auf Kosten des Steuerzahlers lebt, eine geschlossene Weltsicht und erhebt bei jedem Vorschlag, der seinen Vorstellungen auch nur in entferntesten Ansätzen widerspricht, großes Geschrei. Beispiel WestLB.

Wer legt eigentlich mal dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband das Handwerk? Seit Jahr und Tag propagiert der DSGV, der letztlich auf Kosten des Steuerzahlers lebt, eine geschlossene Weltsicht und erhebt bei jedem Vorschlag, der seinen Vorstellungen auch nur in entferntesten Ansätzen widerspricht, großes Geschrei. Ein Beispiel dafür, welch destruktive Dynamik Institutionen entwickeln können, die de facto nur sich selbst verantwortlich sind.

Beispiel WestLB: Nein, an einen Zusammenschluss der Landesbank mit einer Sparkasse darf man nicht einmal denken. Geschweige denn, ein Gesetz auf den Weg bringen, das theoretisch auch nur die winzigste Veränderung des nordrhein-westfälischen Sparkassensystems erlauben würde.

Den neuen WestLB-Chef Heinz Hilgert hat der DSGV offenbar auch schon gut eingenordet. Er kann die Kritik der EU-Kommissarin Neelie Kroes an der WestLB und ihren Eigentümern "nicht nachvollziehen". Die Eigentümer der WestLB, die Sparkassen und das Land NRW, haben die Bank strategisch in die Sackgasse manövriert. Alle möglichen Fusionspartner auf Landesbank-Ebene haben - zu Recht - abgewinkt. Den Weg zu einem Zusammenschluss mit einer Sparkasse will zwar das Land öffnen, stößt aber auf heftigen Widerstand der Sparkassen selbst.

Ein Ausweg, wie es weitergehen könnte mit der Bank, ist weit und breit nicht Sicht. Aber Hilgert kann "nicht nachvollziehen", dass es hier etwas zu kritisieren gibt. Und der DSGV findet, dass Frau Kroes den Finanzplatz Deutschland und die WestLB schädigt, wenn sie darauf hinweist, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Das ist so, als ob man jemandem die Knochen zerschlägt und anschließend den Arzt verklagt, weil er schwere Verletzungen diagnostiziert.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Es geht nicht darum, die Sparkassen abzuschaffen oder alle zu privatisieren. Es geht auch nicht darum, dem ewigen Gejammere der privaten Banken über die Konkurrenz der Sparkassen über Gebühr Gehör zu schenken. Es geht nur darum, das geschlossene Weltbild des Sparkassenlagers wenigstens einen Spalt breit für die Realität zu öffnen. Ohne dass der DSGV gleich wieder das Megafon einschaltet.

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