Wiebes Weitwinkel
Woher kommt das Geld?

Eine Geldquelle sprudelt bei Banken rund um den Globus besonders reichlich: der so genannte Eigenhandel, also die Geschäfte, die die Banken für eigene Rechnung an den Finanzmärkten machen. Auch die Hedge-Fonds, die großen Geldmaschinen der Finanzmärkte, leben von derartigen Handelsgeschäften. Zwar enttäuschen sie hin und wieder ihre Anleger. Aber ihr Einfluss wächst und ihre Manager verdienen zum Teil märchenhaft.

Hinzu kommt: Hedge-Fonds werden auch als Kunden für Banken oder Researchhäuser immer wichtiger. Sie handeln überproportional stark und bescheren damit ihren Geschäftspartnern hohe Gebühreneinnahmen. Und diese Einnahmen werden letztlich auch aus Handelsgeschäften finanziert.

Woher kommt eigentlich das ganze Geld, das bei solchen Handelsgeschäften verdient wird? Der Topf der laufenden Erträge an den Finanzmärkten ist schließlich begrenzt: Dividenden und Zinsen sind die Hauptposten. Alles, was über diese laufenden Erträge hinausgeht, ist im Grunde ein Nullsummenspiel: Den hohen Handelserträgen der Banken und Hedge-Fonds müssten also Verluste anderer Marktteilnehmer gegenüberstehen.

Damit würden per saldo also konventionelle Investoren – darunter viele Versicherer, Pensions- und Investmentfonds – indirekt die Gewinne der großen Handelsgenies finanzieren.

Diese Theorie hat einige Plausibilität: Fonds mit schlechten Ergebnissen gibt es schließlich genug. Aber das Spiel ist doch komplizierter. Denn die Finanzmärkte wachsen, zum Teil sogar immens schnell. Und wenn neues Geld in die Märkte fließt, sorgt allein das schon für steigende Kurse. Besonders hohen Gewinnen auf der einen Seite stehen dann nicht unbedingt Verluste, aber vielleicht entgangene Gewinne auf der anderen Seite gegenüber. Die sind zwar auch ärgerlich, fallen aber nicht ganz so auf wie blanke Verluste.

Und woher kommt nun das zusätzliche Geld, das in die Finanzmärkte fließt? In den letzten Jahren wahrscheinlich zum großen Teil von den Notenbanken. Die sind aber inzwischen auf einen restriktiveren Kurs eingeschwenkt. Und wenn der an den Finanzmärkten spürbar wird – die ersten Vorboten haben wir gesehen –, dann dürften die großen Geldmaschinen nicht mehr so wie geschmiert laufen.

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