Wieder Angriffe auf Vorort Aracinovo
Mazedonische Armee setzt Offensive bei Skopje fort

Unterstützt von Kampfhubschraubern und schwerer Artillerie haben die mazedonischen Regierungstruppen am Sonntag ihre Offensive gegen die albanische Extremisten fortgesetzt. Militärsprecher Blagoja Markovski sagte, die Soldaten griffen weiter die Ortschaft Aracinovo an. In dem Vorort der Hauptstadt Skopje halten sich albanische Separatisten verschanzt. Die Armee hatte am Samstag nach eigenen Angaben ein Drittel des Ortes eingenommen.

ap SKOPJE. "Das Vorrücken wird durch starke Befestigungen der Rebellen verlangsamt", sagte Markovski. "Aber wir werden weitermachen, bis wir die Terroristen ausgelöscht haben." Auch in der Umgebung der Ortschaft Vistica in der Nähe von Kumanovo kam es in der Nacht zu neuen Gefechten. Bei einem Rebellenangriff im Dorf Rasce, rund 15 Kilometer von Skopje entfernt, wurden am Samstag nach Angaben der Behörden fünf Polizisten verwundet. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, beschossen albanische Extremisten einen Personenzug außerhalb von Skopje mit einem Maschinengewehr.

Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski sagte, mit dem Angriff sollten wichtige Zentren der Stadt und deren Kommunikationseinrichtungen geschützt werden. Diese Kommunikationsanlagen würden auch von der Nato und den KFOR-Truppen im benachbarten Kosovo genutzt. Trotz Versicherungen der Streitkräfte, die Truppen griffen nur militärische Ziele an, verurteilten Nato und EU den Bruch der Waffenruhe, die fast zwei Wochen lang für einen Rückgang der Gewalt gesorgt hatte.

"Neue Ausbrüche von Gewalt, von welcher Seite auch immer, sind Wahnsinn in dieser sensiblen Zeit", hieß es in einer Erklärung von NATO-Generalsekretär George Robertson. Er forderte die politisch Verantwortlichen beider Seiten zu ernsthaften Verhandlungen auf. Der Außenpolitische Repräsentant der EU, Javier Solana, traf zu einer erneuten Vermittlungsinitiative am Samstag in Skopje ein. "Unser Ziel ist stets die Fortsetzung des politischen Dialogs und die Stabilität des Landes", sagte Solana. Eine Waffenruhe sei möglich fügte er an, doch dies erfordere guten Willen.

Ungeachtet der weiter andauernden Kämpfe gibt es nach Einschätzung des EU-Balkanbeauftragten Bodo Hombach Hoffnung auf einen Frieden in Mazedonien. Der Konflikt zwischen Regierung und Rebellen unterliege trotz aller Grausamkeiten nicht der gleichen Systematik wie andere Kriege auf dem Balkan, sagte Hombach im DeutschlandRadio Berlin. So gebe es keine Aggression von außen oder eine Form von Staatsterror. Auch fehle den albanischen Extremisten eine breite Rückendeckung.

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