"Wieder auf dem Boden der Tatsachen"
Steigende Verluste am Neuen Markt

Der Neue Markt ist am Mittwoch nach der schwachen Eröffnung der US-Technologiebörse Nasdaq weiter in die Verlustzone gerutscht und konnte damit seine Aufwärtsbewegung der vergangenen vier Handelstage nicht fortsetzen.

Reuters FRANKFURT. Bis 17.00 Uhr MEZ verlor der Nemax-All-Share-Index über drei Prozent auf 1 730 Punkte. "Damit ist der Markt wieder auf dem Boden der Tatsachen", sagte ein Händler. Es bestehe weiter eine latente Gefahr erneut fallender Kurse und angesichts der unklaren US-Konjunktur kein Grund zur Euphorie, hieß es weiter. "Die Gewinne der Vortage waren doch in erster Linie technischer Natur", sagte ein Händler mit Blick auf die zuvor wochenlang fallenden Kurse.

Die Nasdaq wurde am Mittwoch nach Händlereinschätzung von den nach unten revidierten Ergebnisprognosen der Technologie-Firmen Nortel Networks und Palm belastet und verlor bis 17.20 Uhr MEZ über drei Prozent auf 1 911 Punkte.

Der Auswahlindex Nemax-50 rutschte bis zum späten Nachmittag 4,63 % auf 1 572 Zähler. Bis zum Vortag hatten beide Indizes den vierten Handelstag in Folge zulegen können.

Trotz der guten Vorgaben von der Nasdaq am Dienstag geriet der Neue Markt schon zum Handelsbeginn unter Druck, da der den ganzen Tag deutlich im Minus stehende Nasdaq-Future die schwache Eröffnung der amerikanischen Computerbörse bereits andeutete, wie ein Händler erklärte. Auf die Stimmung in den USA drückten in erster Linie die nach unten revidierten Ergebnisprognosen des Glasfaser-Ausrüsters Nortel Networks und des Taschencomputer-Herstellers Palm. Beide Technologie-Unternehmen kündigten am Vortag nach Börsenschluss an, weitere Stellen streichen zu wollen und für das laufende Quartal ein geringes als bisher prognostiziertes Ergebnis zu erwarten.

Im Mittelpunkt des Handels standen die Papiere der Cor AG Insurance Technologies, die nach dem Rücktritt von drei Vorstandsmitgliedern zeitweise um über 57 % auf ein neues Jahrestief von 6,75 Euro fielen. Händler sagten, dass durch die Rücktritte die Unsicherheit der Anleger steige.

Unter den Blue Chips geriet erneut die Berliner Pixelpark AG unter Verkaufdruck, die in der Spitze über 23 % auf ein neues Allzeittief von 5,50 Euro fiel. Am Vortag hatte der Multimedia-Dienstleister seine Umsatzprognosen für das Rumpf-Geschäftsjahr 2000 gesenkt. Am Mittwoch stuften die Analysten von ABN Amro die Papiere auf "Sell" nach "Reduce" herab. Auch die Deutsche Bank nahm ihre Anlageempfehlung auf "underperform" von zuvor "market perform" zurück.

Auf der Gewinnerseite präsentierte sich die buch.de Internetstores AG, deren Titel sich um über 25 % auf 1,70 Euro verteuerten. Der Internet-Buchhändler teilte am am Vorabend mit, den Umsatz im Gesamtjahr 2000 verdreifacht zu haben und damit über den eigenen Erwartungen zu liegen. Das Ergebnis verharre dagegen mit minus 12,7 Mill. DM ungefähr auf dem Vorjahres-Niveau, teilte das Unternehmen mit.

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