Wieder diplomatische Beziehungen zu Nordkorea
Deutschland will Annäherungsprozess im geteilten Korea unterstützen

dpa SEOUL. Deutschland wird den schwierigen Annäherungsprozess zwischen Süd- und Nordkorea unterstützen. "Wir werden mit Hilfe und Rat zur Seite stehen", sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer bei seinem Besuch in Seoul. "Wir stehen jederzeit zur Verfügung." Fischer führte im Rahmen seiner Asienreise Gespräche mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Lee Joung Binn und Staatspräsident Kim Dae Jung.

"Wir sind glücklich über den Erfolg der Sonnenschein-Politik von Kim Dae Jung", sagte Fischer. Die Haltung erinnere an die Ostpolitik des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt. Er gratulierte dem Staatspräsidenten auch zur Verleihung des Friedensnobelpreises.

"Ich glaube, der Annäherungsprozess ist nicht nur wichtig für die Menschen in Korea, sondern für die ganze Welt", sagte Fischer. Noch vor kurzem sei immer dann von Korea die Rede gewesen, wenn auch von Krisen gesprochen worden sei. Nun rede man über Frieden. Einschränkend erklärte er, man müsse aber realistisch sehen, dass sich das Regime im kommunistischen Nordkorea nicht geändert habe.

Wieder diplomatische Beziehungen zu Nordkorea

Fischer betonte nochmals, dass Deutschland auf jeden Fall wieder diplomatische Beziehungen zu Nordkorea aufnehmen werde. Einen Zeitplan gebe es nicht. "Aber wir arbeiten daran." Nach seiner Rückkehr aus Asien werde er in diesem Zusammenhang Gespräche mit den EU-Partnern führen. In Deutschland gebe es auf Grund der eigenen Geschichte viel Verständnis dafür, dass Korea die Teilung des Landes beenden wolle. "Wir wollen zu dem konstruktiven Dialog beitragen."

Die Vereinigung der beiden Länder brauche Zeit, sagte Fischer. "Das muss Schritt für Schritt gehen." Nur langsam werde sich auch in den Köpfen der Menschen etwas ändern. Das werde aber mit Sicherheit eine oder zwei Generationen dauern.

Verhältnis zwischen Deutschland und Korea exzellent

Das Verhältnis zwischen Deutschland und Südkorea bezeichnete Fischer als exzellent. Die Gespräche seien außerordentlich konstruktiv verlaufen. Angesprochen auf den schwachen Euro erklärte er vor der Deutsch-Koreanischen Handelskammer, hinter der Währung stecke zu wenig politische Macht. Bürger in zwölf Ländern würden im Jahr 2002 die gleiche Währung in der Tasche haben; das sei für viele noch abstrakt.

Fischer wird an diesem Donnerstag zu politischen Gesprächen nach Indonesien weiterreisen. Am Freitag beendet er seinen Asien-Besuch mit einer Kurzvisite in Singapur.

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