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Wieder direkte Gespräche der Konfliktparteien in Nordirland

dpa LONDON. Erstmals seit vergangenem Herbst werden die Konfliktparteien Nordirlands wieder direkt miteinander sprechen. Noch in dieser Woche ist ein Treffen geplant, bei dem pro-britische Protestanten und republikanische Katholiken über den festgefahrenen Friedensprozess reden werden. Wie ein Sprecher des britischen Premierministers Tony Blair mitteilte, werden auch die Regierungschefs Großbritanniens und Irlands, Tony Blair und Bertie Ahern, teilnehmen. Ein genaues Datum gibt es noch nicht.

Bei dem Gespräch am runden Tisch wird es um ungelöste Kernfragen des Konflikt gehen, die den gesamten Friedensprozess von 1998 bedrohen: Die künftige Struktur der nordirischen Polizei, die Entwaffnung der republikanischen Untergrundorganisation IRA, der Abzug des britischen Militärs aus Nordirland und die in der nordirischen Regionalregierung vom unionistischen Regierungschef David Trimble gegen die zwei republikanischen Kabinettsmitglieder verhängten Sanktionen.

Nach Angaben des britischen Regierungssprechers steht die Wiederaufnahme der direkten Gespräche nicht im Zusammenhang mit der gestiegenen Angst vor einer neuen Welle der Gewalt durch republikanische Splittergruppen. In der Nacht zum Sonntag hatten Terroristen vor dem Gebäude des BBC-Fernsehens eine schwere Autobombe gezündet.

Es wird vermutet, dass der Anschlag von der "Wirklichen IRA" verübt wurde, die sich von der IRA abgespalten hat. Es gebe auch keinen Hinweis darauf, dass bei dem bevorstehenden Treffen in einer der wichtigen Fragen ein Durchbruch erzielt werden könne.

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