Wieder Dividende geplant
Sparkurs bringt Springer zurück in Gewinnzone

Deutschlands führender Zeitungsverlag Axel Springer hat im vergangenen Jahr dank eines rigorosen Sparkurses wieder einen Gewinn erzielt.

Reuters FRANKFURT. Auch im operativen Geschäft legte der Axel Springer Verlag 2002 deutlich zu, obwohl die Umsätze sanken, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Infolge der positiven Ergebnisentwicklung will Springer wieder eine Dividende zahlen. Eine Prognose zum erwarteten Geschäftsverlauf 2003 gab Springer noch nicht.

Der Medienkonzern hatte angesichts des Einbruchs auf dem Anzeigenmarkt ein Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm aufgelegt, in dessen Rahmen rund zehn Prozent der Arbeitsplätze gestrichen sowie unprofitable Geschäftsfelder abgestoßen wurden. Ungeachtet der Rückkehr in die Gewinnzone will Springer nach Worten von Vorstandschef Mathias Döpfner weiter sparen.

Operativer Gewinn verdreifacht

Um mehr als das Dreifache auf 110 Millionen Euro steigerte Springer im vergangenen Jahr das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita). Der operative Gewinn sei um 49 Millionen auf 63 Millionen Euro gestiegen. Dabei sanken die Umsatzerlöse des Konzerns um gut drei Prozent auf knapp 2,78 Milliarden Euro. Die Ebita-Umsatzrendite erhöhte sich auf vier Prozent von zuvor 1,2 Prozent.

Der Springer-Verlag, der Zeitungen wie "Bild" und "Die Welt" sowie Zeitschriften wie "Hörzu" und "Popcorn" herausgibt, und als einziger Printkonzern in Deutschland an der Börse notiert ist, hatte 2001 erstmals in seiner 50-jährigen Geschichte rote Zahlen geschrieben. Der Verlust hatte sich auf 198 Millionen Euro belaufen. Daraufhin strich das Unternehmen die Dividende, die nun aber für 2002 in Höhe von 65 Cent je Aktie wieder gezahlt werden soll.

Springer führte die Gewinnsteigerung entgegen der Erlösentwicklung auf die Restrukturierung zurück. "Durch früh eingeleitete Maßnahmen zur Kostensenkung und Portfoliobereinigung sowie durch Effizienzsteigerung konnte der Konzern diese deutliche Ergebnisverbesserung erzielen", hieß es in der Mitteilung. Der Umsatzrückgang sei durch die Einsparung von 137 Millionen Euro an Kosten überkompensiert worden.

Döpfner hält am Sparkurs fest

Springer hatte insbesondere bei den Ausgaben für Material und Werbung auf die Bremse getreten und unprofitable Projekte abgestoßen. Darüber hinaus kündigte der Konzern die Streichung von zehn Prozent der etwa 14 000 Stellen an. Die Krise auf dem Anzeigen- und Werbemarkt hat im vergangenen Jahr die gesamte deutsche Medienbranche unter Druck gesetzt. Auch Holtzbrinck, FAZ und Gruner + Jahr reagierten mit massiven Einsparungen und Personalabbau auf die Marktlage.

Konzernchef Döpfner kündigte am Montag an, den Sparkurs beibehalten zu wollen. Trotz der positiven Ergebnisentwicklung gehe die Restrukturierung weiter, betonte der Vorstandsvorsitzende. "Unsere Renditeziele liegen deutlich höher." Eine Prognose für den Geschäftsverlauf 2003 gab er jedoch nicht. Weitere Details zum Jahr 2002 will das Unternehmen Mitte März bekannt geben.

Die traditionell wenig liquiden Springer-Aktien, die nur zu 9,7 Prozent in Streubesitz sind, wurden am Montag im frühen Geschäft an der Berliner Börse 1,4 Prozent höher zu 43,60 Euro gehandelt. Bei Springer steht in absehbarer Zeit allerdings eine Ausweitung des Streubesitzes an: Die Deutsche Bank will ein 30-Prozent-Paket an dem Verlagshaus angeblich noch in diesem Jahr an die Börse bringen.

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