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Wieder europäische Geisel im Irak

Geiselnehmer haben im Irak erneut eine Europäerin entführt. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira zeigte das Video einer bislang unbekannten Extremistengruppe, die sich „Abu-Bakr-al-Sadik-Brigaden“ nennt und die nach eigenen Angaben eine Polin gefangen hält.

dpa BAGDAD. Geiselnehmer haben im Irak erneut eine Europäerin entführt. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira zeigte das Video einer bislang unbekannten Extremistengruppe, die sich "Abu-Bakr-al-Sadik-Brigaden" nennt und die nach eigenen Angaben eine Polin gefangen hält.

Nach Angaben des Senders fordert die ältere blonde Frau auf dem Video die polnische Regierung auf, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen. Polnische Journalisten berichteten, die Polin sei beim amerikanischen Militär angestellt. Die Regierung in Warschau will nach den Worten von Innenminister Ryszard Kalisz "nicht mit Entführern verhandeln".

Die ebenfalls von Terroristen im Irak entführte Margaret Hassan hatte zuvor in einer zweiten Video-Botschaft an Premierminister Tony Blair appelliert, die britischen Truppen aus dem Irak abzuziehen. Zudem müssten alle weiblichen Gefangenen im Irak freigelassen werden, sagte die 59-jährige Leiterin der Care-Hilfsorganisation im Irak in dem Video, das Al-Dschasira am Mittwochabend ausstrahlte. Hassan hat sowohl die britische als auch die irakische Staatsbürgerschaft.

Die Extremistengruppe Ansar al-Sunna Armee erklärte auf einer Internetseite, sie habe elf irakische Soldaten getötet, die sie zwei Tage zuvor südlich von Bagdad gefangen genommen hatte. Die Gruppe zeigte Bilder der Leichen. Ein Nationalgardist wurde enthauptet.

Das Außenministerium in Zagreb bestätigte am Donnerstag das Verschwinden eines kroatischen Lastwagenfahrers im Irak. Nahe Tikrit wurde die Leiche eines ermordeten Ausländers mit asiatischen Zügen entdeckt. Keine neuen Informationen gab es zu dem im Irak entführten Japaner Shosei Koda. Eine 48-Stunden-Frist, die die Terrorgruppe des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkawi der Regierung in Tokio zum Abzug ihrer Truppen gesetzt hatte, sollte am Donnerstagabend auslaufen. Die Terroristen haben mit der Tötung des 24-Jährigen gedroht. Tokio hat einen Truppenabzug ausgeschlossen.

Die 850 vom Südirak in den Krisengürtel südlich von Bagdad verlegten britischen Soldaten begannen mit der Besetzung von Straßensperren und Militärstützpunkten der US-Armee. "Unsere Aufgabe in dieser Region ist es, für Sicherheit und Stabilität zu sorgen, die Verstecke der Terroristen auszuheben und die Lage hier so schnell wie möglich zu verbessern", sagte der britische Offizier Steve Darmirage am Donnerstag in Hilla.

Die US-Luftwaffe bombardierte in der Nacht zum Donnerstag erneut Falludscha. Nach Angaben von Augenzeugen starben dabei zwei irakische Brüder. Die US-Armee sprach wieder von einem Präzisionsangriff auf einen Treffpunkt von Anhängern des Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi. Bei heftigen Gefechten zwischen Aufständischen und US-Soldaten kamen im westirakischen Ramadi nach Angaben von Krankenhausärzten vier Iraker ums Leben. Zwei US-Soldaten starben bei Angriffen in Bagdad und bei Balad.

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