Wieder Fatah-Mitglied von Israelis getötet
Israel erhöht Druck auf Palästinenser

Nur knapp einen Tag nach dem Einmarsch in die palästinensische Stadt Dschenin sind israelische Truppen am Dienstagabend in Richtung des Dorfes Beit Dschalla bei Jerusalem vorgerückt. Berichte über israelische Truppenbewegungen gab es auch aus Bethlehem und Beit Sahur.

ap JERUSALEM. In Hebron erschoss eine israelische Spezialeinheit den palästinensischen Milizführer Emad Abu Sneineh, wie israelische Sicherheitskräfte und ein Augenzeuge berichteten.

Beim Vorrücken auf Beit Dschalla im Westjordanland feuerten die Soldaten laut palästinensischen Informationen Leuchtgeschosse ab. Panzer und Infanterie seien zusammengezogen worden, hieß es. Die israelischen Truppen drangen aber nicht auf palästinensisch kontrolliertes Gebiet vor.

Zuvor hatten palästinensische Extremisten von Beit Dschalla aus die nahe gelegene jüdische Gemeinde Gilo beschossen, die in einem umstrittenen Teil von Jerusalem liegt. Nach Angaben der Polizei wurden dabei elf Wohnungen beschädigt und ein Israeli leicht verletzt. Die israelischen Soldaten erwiderten das Feuer. Schießereien dieser Art zwischen beiden Kommunen waren in den vergangenen Monaten fast an der Tagesordnung.

Nach den Scharmützeln sagte Ministerpräsident Ariel Scharon in einer Rede vor Polizeikommandeuren "Jedes Volk hat das Recht auf Selbstverteidigung. Das Schießen auf Gilo wird gestoppt." Auch bei einem Treffen mit dem US-Gesandten David Satterfield am Dienstagabend hatte Scharon betont, Israel werde Angriffe nicht mehr tolerieren.

Der israelische Rundfunk berichtete jedoch, Außenminister Schimon Peres habe Verteidigungsminister Binjamin Ben Elieser in einem Telefonat um Zurückhaltung gebeten. Er wolle erst mit der palästinensischen Führung über ein Ende der Angriffe auf Gilo verhandeln. "Ich denke, in dem Moment, in dem die Palästinenser ihr Feuer einstellten, gab es keinen Grund zum weiteren Eingreifen", sagte Peres am Mittwoch.

Palästinenser erneuern Ruf an UN-Sicherheitsrat

In der Nacht zum Dienstag war die israelische Armee bereits mit Panzern und Bulldozern in die Stadt Dschenin im Westjordanland eingerückt. Dies nahmen die Palästinenser zum Anlass, erneut die Entsendung einer UN-Schutztruppe zu fordern. "Es ist wichtig, dass der Weltsicherheitsrat handelt. Er sollte schon vor Monaten gehandelt haben", sagte der palästinensische UN-Gesandte Nasser el Kidwa der Nachrichtenagentur AP.

Das US-Außenministerium kritisierte den Einmarsch in die autonome Stadt Dschenin als "Provokation". US-Präsident George W. Bush warnte am Dienstag vor einer weiteren Eskalation. Den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat rief er auf, Selbstmordanschläge zu stoppen, die Israelis bat er um Zurückhaltung.

Der am Mittwoch erschossene Milizführer Sneineh wurde nach Angaben aus israelischen Sicherheitskreisen von einer Spezialeinheit getötet, weil er in mehrere Angriffe auf Israelis in Hebron verwickelt gewesen sei. Auch ein Angehöriger Sneinehs sprach von einem Angriff israelischer Soldaten. Sie hätten aus einem geparkten Wagen auf den 25-jährigen geschossen, als dieser nahe seinem Haus aus dem Auto stieg.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%