Wieder Gewinn erzielt
Adecco verfehlt Markterwartungen

Unter dem Strich hat der Personaldienstleistungskonzern Adecco im vergangenen Jahr zwar ein Gewinn von 354 Millionen Franken erzielt nach einem Verlust von 427 Millionen Franken im Vorjahr.

Reuters ZÜRICH. Der für den Konzern massgebliche Gewinn vor Goodwill-Amortisation und Sonderposten fiel Angaben von Mittwoch zufolge mit 362 Millionen Franken jedoch um fast die Hälfte niedriger aus als 2001, als 702 Millionen Franken resultierten. Damit verfehlte der Konzern die Markterwartungen.

Der Umsatz sank 2002 konjunkturbedingt um acht Prozent auf 25,1 (Vorjahr 27,2) Milliarden Franken, teilte Adecco weiter mit. In Lokalwährungen resultierte ein Minus von drei Prozent. Der Umsatz habe sich jedoch von Quartal zu Quartal verbessert, so Adecco. Im letzten Vierteljahr stiegen die Verkäufe im Vorjahresvergleich in Lokalwährungen um drei Prozent. Dieser beschleunigte Umsatztrend halte weiter an, sagte Verwaltungsratspräsident John Bowmer auf einer Telefonkonferenz.

Das Betriebsergebnis ermässigte sich im Jahr 2002 um 44 Prozent auf 662 (1179) Millionen Franken. Der Konzern plant die Auszahlung einer Dividende von 0,60 (1,00) Franken je Aktie. Adecco verzichtete angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten auf einen Ausblick. Der Konzern sei nach einer Reduktion des Kostensockels und der Reorganisation des Geschäftes bei Beibehaltung des Netzwerkes gut positioniert und werde im kommenden Jahr von den Massnahmen profitieren, hiess es lediglich. "Im Falle eines Wirtschaftsaufschwungs werden wir unseren Vorteil voll nutzen. Im Fall einer weiterhin stagnierenden Wirtschaft können wir entsprechend die Kosten senken," wird Adecco-Konzernchef Jerome Caille in der Medienmitteilung zitiert.

An einer leicht tieferen Schweizer Börse fielen Adecco über neun Prozent auf 39 Franken. Der Umsatz liege in den Erwartungen, während der Gewinn enttäusche, hiess es im Markt. Ein Analyst sagte jedoch auch, das Ergebnis sei besser als es auf den ersten Blick erscheine. Viele Banken bekräftigten denn auch die Kaufempfehlung für die Aktie.

"Ich bin überzeugt davon, dass sie für dieses Jahr gut positioniert sind, nachdem sie die Restrukturierungskosten in 2002 verbucht haben," sagte Ronald Wildmann der Bank Leu. Der Umsatz im für Adecco wichtigsten Bereich der temporären Personalvermittlung nahm 2002 in Lokalwährungen lediglich ein Prozent ab und betrug 22,1 Milliarden Franken. Im margenstarken Spezialistenvermittlungsgeschäft Ajilon verzeichnete der Konzern dagegen ein Verkaufsminus in Lokalwährungen von 21 Prozent und in Franken von 25 Prozent auf 2,5 Milliarden Franken. Der Beratungsbereich LHH Career Services wuchs um sieben Prozent auf 436 Millionen Franken.

Adecco hält an den Zielen eines Konzernumsatzes von 35 Milliarden Franken und einer operativen Marge von fünf Prozent fest, sagte Adecco-Konzernchef Jerome Caille in einem Gespräch mit Reuters. Einen Zeitraum zur Erreichung der Ziele nannte Caille jedoch nicht. Diese Ziele wollte Adecco ursprünglich bis 2003 erreicht haben. Der Konzern wolle vor allem organisch wachsen, so Caille weiter. Im Ajilon würden allerdings auch Akquisitionen geprüft. Bis 2005 oder 2006 will Adecco in diesem Bereich die Nummer eins oder zwei sein. Adecco ist in diesem Markt gegenwärtig die drittgrösste Firma.

Ab Beginn 2003 will Adecco die Rechnungslegung auf Euro von Franken umstellen, teilte der Konzern weiter mit. Damit soll die währungsbedingte Volatilität der Ergebnisse reduziert werden.

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