Wieder Gewinne angestrebt
Zurich sieht sich auf richtigem Weg

Der Schweizer Versicherungskonzern Zurich Financial Services hat 2002 Altlasten in Milliardenhöhe beseitigt sieht sich nun auf dem Weg in die Gewinnzone. Nach hohen Sonderkosten für Reserveaufstockungen, Goodwill-Abschreibungen und Wertberichtigungen verbuchte der Konzern unter dem Strich einen Verlust von 3,430 Milliarden Dollar oder gut 4,6 Milliarden Franken. Im Vorjahr hatte der Verlust noch 387 Millionen Dollar betragen.

Reuters ZÜRICH. Im laufenden Jahr 2003 will Zurich wieder einen Gewinn erzielen. Konzernchef James Schiro bekräftigte damit am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz frühere Prognosen. Die Verbesserung beim operativen Ergebnis soll sich beschleunigen. Zurich sieht laut Schiro keinen Grund für eine weitere Kapitalerhöhung. Allerdings bleibt die Möglichkeit, hybrides Kapital über 500 Millionen Dollar aufzunehmen, sagte Finanzchef Thomas Buess.

Das eine Milliarde Dollar schwere Devestitionsprogramm ist laut Buess auf Kurs. 2002 erlöste Zurich daraus 498 Millionen Dollar. Der Verlust lag im Rahmen der Erwartungen. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Fehlbetrag von 3,08 Milliarden Dollar gerechnet. Die Anleger reagierten positiv. An der Börse schnellten die Zurich-Titel vorübergehend fast zehn Prozent nach oben und notierten nach einer Stunde noch um 4,7 Prozent fester bei 105,50 Franken. Der Gesamtmarkt tendierte 0,3 Prozent leichter und der DJ StoxxInsurance-Index war behauptet.

Insgesamt lagen die Sonderrückstellungen bei 3,5 Milliarden Dollar, überwiegend für das im Herbst 2002 angekündigte Restrukturierungspaket. Von den damals angekündigten 4500 Stellenstreichungen wurden bis Jahresende 2500 realisiert, hiess es. Am Konzernsitz wurden die Bruttokosten um 299 Millionen Dollar reduziert.

Vor Sonderaufwendungen resultierte 2002 ein Gewinn von 28 (Vorjahr 319) Millionen Dollar, hiess es. Der operative Geschäftsgewinn, den Zurich intern zur Messung der betrieblichen Leistung heranzieht, stieg auf 1,120 Milliarden Dollar von 217 Millionen Dollar im Jahr 2001. Zurich nahm auf sein Anlageportfolio Wertberichtigungen von 956 Millionen Dollar vor und blieb damit im Rahmen der von Analysten erwarteten rund eine Milliarde Dollar.

Das Eigenkapital lag per Ende 2002 bei 16,805 (17,742) Milliarden Dollar. Die Gesellschaft nahm im zweiten Halbjahr keine weiteren Reservedotierungen vor. Für die Asbest-Risiken beliefen sich die Schadenrückstellungen per Jahresende auf 2,6 Milliarden Franken, hiess es. Die Zahlungsbereitschaft (survival rate) für Asbest-Risiken liege nun bei 26 Jahren und damit über dem Durchschnitt der US-Konkurrenten.

Operativ machte Zurich Fortschritte. Die Bruttoprämien und anderen Einnahmen erhöhten sich um elf Prozent auf 62,184 Milliarden Dollar, was auch die Übernahme der Versicherungsaktivitäten der Deutschen Bank in Kontinentaleurope widerspiegelt. Im Nichtleben-Geschäft verbesserte sich die Combined Ratio - das Verhältnis von Prämien zu Kosten und Schadenaufwand - unter Ausschluss der Sonderrückstellungen auf 103,6 (109,2) Prozent.

Zurich will für 2002 trotz des hohen Verlustes eine Ausschüttung in Form einer Nennwertrückzahlung von einem Franken je Aktie vornehmen, nachdem für 2001 noch acht Franken Dividende bezahlt worden waren. Konzernchef Schiro, der im vergangenen Mai den umstrittenen Rolf Hüppi abgelöst hatte, will Zurich wieder auf das Versicherungsgeschäft ausrichten. Reservestärkungen und Goodwill-Abschreibungen vor allem für E-Business-Projekte führten bereits im ersten Halbjahr zu einem Verlust von 2,029 Milliarden Dollar. Im Herbst nahm Zurich dann eine Kapitalerhöhung vor, um mit den daraus erlösten 2,5 Milliarden Dollar die Kapitalbasis zu stärken.

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