Wieder kein Zuwachs im Juni – Starke Nachbarländer
Deutschland ist Schlusslicht auf dem europäischen Automarkt

Auf dem deutschen Automobilmarkt ist keine Belebung in Sicht: Auch im Juni ist die Zahl der Pkw-Neuzulassungen hier zu Lande im Vergleich zum Vorjahr mit großer Wahrscheinlichkeit wieder zurückgegangen. Das amerikanisch-britische Forschungsunternehmen J.D. Power-LMC hat in einer ersten Untersuchung 290 000 Pkw-Neuzulassungen für Deutschland im Monat Juni ermittelt.

zel DÜSSELDORF. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Minus von 1 %. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hatte der Zulassungsrückgang bereits 4 % betragen. Deutschland bleibt damit das Schlusslicht auf dem europäischen Automarkt.

In allen anderen größeren Ländern konnten die Automobilhersteller hingegen ihren Fahrzeugabsatz im Juni zum Teil deutlich verbessern. Nach Angaben von J.D. Power-LMC verzeichneten die Hersteller in Frankreich die stärksten Zuwächse. 220 000 neue Autos auf den französischen Straßen bedeuten ein Plus von 20 %. Ebenfalls 220 000 Neuzulassungen auf der britischen Insel führen zu einem Zuwachs von einem Zehntel. Italien ist mit 9,9 % (219 000 Autos) fast gleich stark gewachsen, Spanien kommt immerhin noch auf ein Plus von 2,8 % (158 000 Pkw).

Die schwache Entwicklung in Deutschland zieht den gesamten europäischen Fahrzeugmarkt weiterhin nach unten. J.D. Power-LMC hat für das erste Halbjahr in ganz Westeuropa knapp 8,2 Millionen Neuzulassungen errechnet. Gegenüber der Vorjahresperiode kommt das einem Rückgang von 1,8 % gleich. Im Juni führten die starken Zuwächse außerhalb Deutschlands immerhin zu einem gesamteuropäischen Plus (total: knapp 1,4 Millionen Neuzulassungen).

Kaufzurückhaltung in Deutschland

J.D. Power-LMC führt die schlechte Entwicklung in Deutschland auf eine ausgesprochene Kaufzurückhaltung unter den Autofahrern zurück. Das Forschungsunternehmen warnt davor, eine leichte Zunahme bei den Bestelleingängen zu positiv zu bewerten. Es könne sich dabei auch um vorgezogene Bestellungen handeln - ausgelöst durch angekündigte Preiserhöhungen der Automobilhersteller.

"Die Wirtschaftsmeldungen aus Deutschland bleiben sehr negativ", schreibt das amerikanisch-britische Unternehmen weiter. Deshalb könne mit keiner schnellen Besserung beim Pkw-Absatz gerechnet werden. Hält die schwache Entwicklung auch in den nächsten Monaten an, erwartet J.D. Power-LMC für das Jahr 2001 in Deutschland insgesamt 3,28 Millionen Neuzulassungen. Gegenüber 2000 wäre das ein Minus von 2,9 %.

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