Wieder Lager gestürmt
Israels Armee tötet 17 Palästinenser

Bei Militäraktionen gegen palästinensische Extremisten hat die israelische Armee am Montag 17 Menschen getötet. Die Armee stürmte zwei Flüchtlingslager im Westjordanland und im Gaza-Streifen und beschoss das Auto eines Hamas-Mitglieds.

Reuters DSCHENIN. Unmittelbar vor den Operationen der Armee hatte die israelische Regierung bekräftigt, "den palästinensischen Terror zum Stillstand bringen" zu wollen. Am Wochenende waren bei palästinensischen Anschlägen 22 Israelis getötet worden.

Im Lager von Dschenin wurden mindestens sieben Menschen getötet. Ein 23-Jähriger starb bei Kämpfen mit israelischen Soldaten, wie aus Palästinenserkreisen verlautete. Drei Menschen seien in ihren Häusern getötet worden, als die Gebäude von israelischen Hubschraubern mit Raketen beschossen worden seien. Die Armee drang mit Dutzenden von Panzern in das Lager ein und durchsuchte mehrere Häuser. Es war der zweite Vormarsch der Armee in das Lager innerhalb einer Woche.

Krankenwagen beschossen

Soldaten eröffneten palästinensischen Angaben zufolge auch das Feuer auf einen palästinensischen Krankenwagen. Dabei seien ein Arzt getötet und drei Sanitäter verletzt worden. Die Armee teilte mit, Soldaten hätten mit leichten Waffen auf den Wagen gefeuert, als er auf die Truppen zugerast sei.

Im Lager Rafah im Gaza-Streifen erschossen Soldaten drei Palästinenser. Nach Angaben palästinensischer Sanitäter und Zeugen waren darunter zwei Zivilisten. Nach fünf Stunden habe sich die Armee wieder zurückgezogen. Aus Militärkreisen verlautete, die Armee habe Tunnel aufzuspüren versucht, die zum Waffenschmuggel benutzt würden.

Die Palästinenser-Regierung warf Israel vor, Krankenwagen an der Einfahrt in die Lager gehindert zu haben. Die Armee bestätigte, dass die Wagen zurückgehalten wurden. Dies sei aber wegen der anhaltenden Kämpfe aus Sicherheitsgründen geschehen. Ein Militärsprecher sagte zudem, die Palästinenser würden oft Krankenwagen missbrauchen, um Kämpfer zu schmuggeln. Die Palästinenser bestreiten das.

Sechs Menschen wurden getötet, als ein israelischer Panzer in Ramallah auf ein Auto feuerte, in dem die Armee bewaffnete Kämpfer vermutete. Versehentlich sei ein anderes Auto getroffen worden, teilte ein Armeesprecher mit. Die Frau und drei Kinder eines Hamas-Mitglieds wurden getötet, der Hamas-Mann selbst war nicht in dem Auto. In einem zweiten Auto starben ein Palästinenser und sein Sohn.

Das israelische Sicherheitskabinett beschloss in der Nacht zum Montag, "ununterbrochen militärischen Druck auf die Palästinenser-Regierung und terroristische Organisationen auszuüben, mit dem Ziel, dem Terror Einhalt zu gebieten." Konkreteres wurde nicht bekannt. "Es gibt keinen Zweifel, dass wir sie hart bestrafen müssen", sagte Justizminister Meir Scheetrit im Rundfunk.

Die Palästinenser haben ihren Aufstand gegen die israelische Besetzung im September 2000 begonnen. Mindestens 941 Palästinenser und 306 Israelis wurden dabei getötet.

Die jüngste Gewalt weckt Zweifel an der saudi-arabischen Friedensinitiative, die eine Anerkennung Israels durch alle arabische Staaten vorsieht, wenn sich Israel aus den 1967 besetzten Gebieten zurückzieht.

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