Wieder Palästinenser erschossen
Israel zieht Panzer von Arafats Hauptquartier ab

Israel hat am Montag Armeeangaben zufolge seine Panzer von der Residenz des Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat in Ramallah abgezogen, wo dieser seit Dezember faktisch unter Hausarrest gehalten wird.

Reuters RAMALLAH. Die Armee habe sich vor Anbruch der Dämmerung zurückgezogen, teilte ein Sprecher mit. Am Sonntag hatte das israelische Sicherheitskabinett beschlossen, Arafats Hausarrest zu lockern, ihn aber weiter in Ramallah im Westjordanland festzuhalten. Bei Nablus wurde ein Palästinenser erschossen und seine schwangere Frau verletzt. Außerdem sei bei Tulkarm eine Frau erschossen worden, die mit einem Messer auf Soldaten zugelaufen sei, hieß es in israelischen Militärkreisen.

In Ramallah zogen sich die Panzer Armeeangaben zufolge hinter die Stadtgrenzen zurück. Die Entscheidung, Arafat nicht wieder volle Bewegungsfreiheit zu geben, war von palästinensischer Seite verurteilt worden. Arafat-Berater Nabil Abu Rdainah kündigte am Sonntag an, es werde in der nächsten Zeit keine Gespräche mit Israel geben, weder auf politischer Ebene noch auf der Ebene der Sicherheitskräfte.

Der Palästinenser-Präsident wird seit zwei Monaten in seiner Residenz im Westjordanland festgehalten, um ihn zu zwingen, gegen die Verantwortlichen des Attentats auf den israelischen Tourismusminister Rehawam Seewi vorzugehen.

Israelische Soldaten beschossen bei Nablus im Westjordanland an einer Straßensperre ein Auto und töteten dabei einen 24-jährigen Palästinenser und verletzten seine 20-jährige Frau, wie palästinensische Sicherheitskreise mitteilten. Die Frau sagte der Nachrichtenagentur Reuters im Krankenhaus, ihr Auto sei von Panzern beschossen worden. Ihr Schwiegervater sei ebenfalls schwer verletzt worden. Israelische Militärkreise bestätigten den Tod des Mannes. Die Soldaten hätten das Auto an einer Straßensperre zum Halten aufgefordert, der Fahrer habe jedoch gewendet und die Straßensperre umgehen wollen. Daraufhin hätten die Soldaten geschossen, hieß es in den Kreisen.

Außerdem hätten Soldaten nahe der Stadt Tulkarm im Westjordanland eine Frau erschossen, die mit einem Messer auf einen Kontrollpunkt zugelaufen sei, hieß es in Armeekreisen. Die Frau habe Warnungen ignoriert.

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