Wieder Proteste auf Sizilien
Toyota hat kein Interesse an Fiat-Werk

Der japanische Automobil-Riese Toyota hat angebliches Interesse am Kauf des Fiat-Werks im sizilianischen Termini Imerese dementiert. "Diese Medienberichte entsprechen nicht der Wahrheit", sagte eine Toyota-Sprecherin nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa.

HB/dpa ROM. Die italienische Zeitung "Corriere della Sera" hatte am Montag berichtet, das japanische Unternehmen wolle die Fabrik kaufen und habe bereits Kontakt mit dem italienischen Wirtschaftsminister Giulio Tremonti aufgenommen.

Die Fabrik soll im Rahmen des vom hochverschuldeten Fiat-Konzern vorgelegten Sanierungsplans, der eine drastische Drosselung der Produktion vorsieht, geschlossen werden. Auch Fiat teilte mit, von einer solchen Toyota-Initiative nichts zu wissen.

Die 1800 Beschäftigten des Werks, die nach den Fiat-Plänen ihre Arbeit verlieren würden, demonstrierten auch am Montag wieder gegen die Pläne des Konzerns. Etwa 500 Arbeiter besetzten den Hafen von Palermo und verhinderten die Verschiffung von hunderten in Termini Imerese produzierten "Fiat-Puntos". Teilweise brach der Verkehr in der sizilianischen Hauptstadt komplett zusammen.

Ein 53-jähriger Fiat-Arbeiter hat sich unterdessen bei der Protestaktion symbolisch den Strick genommen. "Uns bleibt nur noch der Tod, es gibt keine anderen Alternativen mehr", sagte er. Mit Blick auf den Konzern und die italienische Regierung fragte er ironisch: "Wo soll ich denn in Zukunft essen? Bei den Agnellis zu Hause? Oder gar bei Ministerpräsident Berlusconi?"

Seit Wochen nehmen die Protestaktionen verzweifelter Beschäftigter in ganz Italien immer dramatischere Formen an. Insgesamt plant Fiat, mehr als 8000 Stellen zu kürzen. In Termini Imerese versuchen die Menschen, durch Blockaden der Werks-Ausfahrten und des Hafens zu verhindern, dass Fiat die Fabrik ausräumt. Das Werk soll Anfang Dezember geschlossen werden. "Jetzt sind wir auch zu eklatanten Gesten bereit", hieß es unter den Demonstranten.

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