Wieder schärfere Töne
US-Kommandeur bezeichnet Nordkorea als Bedrohung

Einen Tag vor den Gesprächen der USA mit Nordkorea zur Beilegung des Atomstreits hat der Kommandeur der US-Streitkräfte in Südkorea, General Leon LaPorte, das kommunistische Land als eine Bedrohung für Frieden und Stabilität in der Welt bezeichnet.

Reuters SEOUL. Das Land betreibe aktiv ein Atomwaffenprogramm und verbreite Raketentechnologie, sagte LaPorte am Dienstag in Seoul. Eine US-Delegation unter Leitung des US-Sondergesandten für Asien, James Kelly, sollte im Laufe des Tages in Peking eintreffen. Im Mittelpunkt der dort am Mittwoch beginnenden Gespräche steht Nordkoreas Atomprogramm. Die USA werfen dem Land vor, Atomwaffen herstellen zu wollen. Die Regierung in Pjöngjang hat den Atomwaffensperrvertrag aufgekündigt und fordert eine Garantie, dass die USA das Land nicht angreifen. Experten gehen davon aus, dass der Streit nicht kurzfristig gelöst werden wird.

Als Bedrohungspotenzial Nordkoreas beschrieb LaPonte auch dessen konventionelle Streitkräfte, die massiv entlang der Demarkationslinie zu Südkorea stationiert sind. "Zu den Spannungen trägt bei, dass Nordkorea keine ernsthaften Versuche unternommen hat, diese Bedrohungen des Friedens gemeinsam mit der Weltgemeinschaft anzugehen", sagte der Kommandeur von 37 000 US-Soldaten in Südkorea bei einer Diskussionsveranstaltung.

Auch Nordkorea schlug im Vorfeld der geplanten Gespräche wieder einen scharfen Ton an. "Das US-Militär spricht nun sogar über eine Bombardierung von Nordkoreas Atomanlagen", hieß es in der Parteizeitung "Rodong Sinmun".

An dem Treffen am Mittwoch sollen auf Wunsch der USA auch Vertreter Chinas teilnehmen. Welche Rolle ihnen zukommt, war jedoch unklar. Die USA hatten die Forderung Nordkoreas nach bilateralen Gesprächen abgelehnt.

Der Streit um das Atomprogramm des Landes war im Oktober neu entbrannt, nachdem Nordkorea der USA zufolge zugegeben hatte, entgegen internationaler Verträge ein Atomwaffenprogramm wieder aufgenommen zu haben. Nordkorea bestritt dies. Später wies es Waffeninspektoren der Vereinten Nationen (UNO) aus und kündigte den Atomwaffensperrvertrag. Zudem hat das Land erklärt, die Wiederaufbereitung von Brennstäben vorzubereiten, bei der atomwaffenfähiges Plutonium entsteht.

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