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Wieder Verluste an der Wall Street: Dow Jones verliert 6. Tag in Folge

Die US-Märkte gaben am Montag weiter ab. Der Dow Jones Index verlor 96 Punkte oder ein Prozent und schloss auf 9891 Punkten. Damit hat das Standardbarometer schon den sechsten Tag in Folge negativ geschlossen und seit seinem Jahreshoch am 4. Januar 3,5 Prozent verloren. Die technologie-orientierte Nasdaq ging mit einem Verlust von 40 Punkten oder 1,3 Prozent aus dem Handel. Mit einem Stand von 1990 Zählern notiert auch die Technologie-Börse 5 Prozent unter dem Jahreshoch der ersten Handelswoche.

Optimistische Kommentare aus der Politik inspirierten die Anleger zum Wochenstart nicht. "Es gibt Anzeichen dafür, dass wir die Kurve genommen haben", sagte Wirtschaftsminister Donald Evans am Sonntag. Und Finanzminister Paul O'Neill bestätigte den 74 %, die in einer aktuellen Umfrage des Fernsehsenders FOX gesagt hatten, mit der Wirtschaft gehe es aufwärts, sie hätten Recht. Nur 14 % hatten befürchtet, die Konjunktur sei weiter auf Talfahrt.

David Malpass, Analyst von Goldman Sachs, sieht das anderes: Die Erholung käme vorerst nur für einzelne Sektoren. "Einige Teile der US- und der Welt-Wirtschaft erholen sich bereits, andere fallen noch", fasste er zusammen. Nachdem die Rezession Stück für Stück gekommen wäre, sei auch mit einer graduellen, schrittweisen Erholung zu rechnen. In einigen Sektoren, in denen angesichts wirtschaftlicher Schwäche die Preise sanken, darunter Technologie und Fertigung, sei der ökonomische Abschwung bereits zum großen Teil aufgefangen worden, eine Erholung habe begonnen.

Wenig Aufmunterndes kam von Merrill Lynch. Chef-Stratege Richard Bernstein hat den Aktienanteil im Musterportfolio von 60 Prozent auf 50 Prozent zurückgefahren. Er empfiehlt, statt wie bislang 20 Prozent, nun 30 Prozent in Bonds zu investieren und 20 Prozent Cash zu halten. Investoren folgen Bernstein, die Bond-Indizes legen seit einer Woche etwa so stark zu wie die Aktienindizes abgeben.

Die Big Caps schlossen meistenteils in der Verlustzone. Die Hardware-Giganten Dell, Sun Microsystems und der Netzwerker Cisco verloren jeweils 2,7 Prozent. Big Blue" IBM gab drei Tage vor der Quartalskonferenz zwei Prozent ab. Etwas besser notierte zur Glocke der Software-Sektor. Branchenführer Microsoft ging schwach behauptet aus dem Handel, Oracle legte sogar 0,7 Prozent zu. Die kleineren Software-Hersteller Ariba und Legato Software stützten den Software-Sektor ebenfalls: Die Analysten von Goldman Sachs gaben beiden Titeln ein Upgrade und nennen Ariba und Legato "Market Outperformer". Die Experten erwarten einheitlich für beide Unternehmen "gute Ergebnisse für das Dezember-Quartal, auch dank einer gestrafften Unternehmensstruktur." Ariba gewann sechs Prozent, Legato schloss mit drei Prozent im Plus.

Einen Tag bevor Intel , der weltgrößte Chip-Hersteller Quartalszahlen meldet, hatten die Analysten von Salomon Smith Barney die Aktie mit dem Kommentar gestützt, dass die Erwartungen der Wall Street wohl übertroffen würden. Die Aktie schloss gut behauptet.

Rot, rot, rot beendete der Netzwerksektor den Tag, obwohl die Analysten der ABN Amro den Sektor am Morgen zumindest teilweise freundlich bewertet haben. Cisco, Extreme und Redback Networks, so die Experten, dürften die Quartalserwartungen übertreffen. Schlechter dürfte es bei Tellabs und Ciena aussehen, bei denen die schwache Entwicklung des Glasfaser-Geschäfts auf die Bilanz drücke.

Mit Verlusten schlossen einige Internet-Aktien. Lehman Brothers zeigt sich skeptisch gegenüber Ebay und Yahoo und rät bei beiden zu "verkaufen". Analystin Holly Becker geht zwar davon aus, dass Yahoo am Mittwoch die Umsatzerwartungen übertreffen wird. Jedoch werden sich gute Unternehmensnachrichten nicht mehr beflügelnd auf den Aktienkurs auswirken, da diese bereits "eingepreist" seien. Gleiches gelte für das Internetportal Yahoo: Das Papier sei gut bewertet, so Becker, alle guten Unternehmensnachrichten im Kurs enthalten. Ebay verlor 1,2 Prozent, Yahoo schloss mit 5,7 Prozent im roten Bereich.

Papiere von Handspring legten zum Wochenauftakt mehr als 20 Prozent zu. Die Analysten der Bank of America stufen den Handheld-Hersteller auf "kaufen" auf. Sie sehen einen verbesserten Cash-Flow bei dem Unternehmen und die Chance, verstärkt in den Funk-Markt einzusteigen. Auch glauben sie an eine Stabilisierung des Sektors allgemein. Davon konnte Konkurrent Palm nicht profitieren, auch von einem bullishen Kommentar von JP Morgan nicht. Die dortigen Experten sehen das Unternehmen "im laufenden Quartal gut positioniert" und glauben, dass die Verkäufe der Modelle M125 und M500/505 besser sind als erwartet. Palm verlor neun Prozent.

Den Dow Jones belasteten am Montag vor allem die zyklischen Aktien: Die Papiere von 3M, United Technologies, Honeywell, International Paper und Du Pont bildeten den schwächsten Sektor im Industrie-Index. Einen sicheren Hafen suchten Anleger hingegen bei den Defensivwerten: Procter&Gamble, Johnson&Johnson, Philip Morris, Wal-Mart und Merck gehörten zu den stärksten Werten.

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