Wieder Williams-BMW-Doppelerfolg
Ralf Schumacher strahlender Sieger in Frankreich

Ralf Schumacher ist der Mann der Stunde in der Formel 1 und hat durch seinen zweiten Sieg innerhalb von sieben Tagen die Weltmeisterschaft zu einem spannenden Dreikampf gemacht.

HB/dpa MAGNY-COURS. Bruder Michael erlitt dagegen ausgerechnet an der Stätte seines historischen Triumphes als Dritter eine weitere bittere Niederlage. Ralf Schumacher bestätigte am Sonntag mit seinem souveränen Erfolg beim Großen Preis von Frankreich seine brillante Form vom Nürburgring und zählt nun neben dem in Magny-Cours Viertplatzierten McLaren-Mercedes-Mann Kimi Räikkönen zum schärfsten WM-Widersacher des Ferrari-Stars. Juan Pablo Montoya machte als Zweiter den erneuten Doppelerfolg von Williams-BMW perfekt.

In der WM-Wertung behauptete Michael Schumacher, der sich im Vorjahr in Magny-Cours noch als frühzeitigster Champion aller Zeiten feiern lassen durfte, seinen Vorsprung. Mit 64 Punkten hat der fünfmalige Weltmeister aus Kerpen nach dem 10. Saisonlauf noch 8 Zähler Vorsprung vor dem Finnen Räikkönen (56) und 11 vor seinem jüngeren Bruder (53). Dieser konnte als einziger Pilot in bislang allen Saison-Grand-Prix punkten.

Ralf Schumacher gewann auf dem 4,411 km langen Circuit de Nevers nach 70 Runden (308,586 km) in 1:30:49,213 Stunden und krönte sich durch seinen insgesamt sechsten Karriere-Sieg zum neuen König von Frankreich. Der Kolumbianer Montoya lag 13,8 Sekunden dahinter. Die Weiß-Blauen wiederholten damit ihren Doppelerfolg vom Nürburgring. Damit bestätigte sich in einem insgesamt langweiligen Rennen, dass Magny-Cours zu Recht als Michelin-Strecke gilt. Michael Schumacher hatte wegen des Nachteils seiner Bridgestone-Pneus im Reifenduell bei Temperaturen um 25 Grad trotz einer beeindruckenden Aufholjagd nie ernsthafte Chancen auf seinen insgesamt 50. Ferrari - und siebten Frankreich-Sieg. Er hatte 19,5 Sekunden Rückstand.

Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld fuhren ein unauffälliges Rennen. Das Mönchengladbacher Sauber-Duo hatte mit dem Ausgang des Grand Prix nichts zu tun. Die Plätze 12 und 13 waren eine herbe Enttäuschung. Der Schotte David Coulthard wurde im zweiten Silberpfeil Fünfter.

Michael Schumacher verlor das Startduell gegen seinen neben ihm losbrausenden schärfsten WM-Widersacher Räikkönen und rutschte auf Rang 4 zurück. Bruder Ralf konnte dagegen seine Pole-Position gegen Teamkollege Montoya behaupten und sich schnell einen kleinen Vorsprung herausfahren. Abgesehen von Barrichellos frühem Dreher, der ihn zu Beginn ganz nach hinten spülte, verlief das Rennen bis zu den ersten Boxenstopps des Spitzenquintetts langweilig.

Nach dem ersten Tanken und Reifenwechsel zwischen der 16. (Coulthard) und 19. Runde (Ralf Schumacher) der Top-Five verlor Michael Schumacher (18.) einen weiteren Platz. Als Fünfter wies er nach 20 Runden bereits 16,5 Sekunden Rückstand auf seinen die Spitze verteidigenden Bruder auf. Ralf Schumacher konnte dank des Stopps seinen Vorsprung auf Montoya sogar ausbauen. Danach machte sich wieder Langeweile breit, zumal der zweite Garagenservice gegen Grand-Prix-Mitte keine Verschiebungen im vorderen Klassement brachte. Allerdings lag der Ferrari-Star nun schon eine halbe Minute hinten.

Etwas Spannung kam erst im zweiten Drittel auf: Ausgerechnet vor heimischem Publikum platzten bei beiden Renault-Rennwagen die Motoren. Coulthard fiel nach einem verkorksten dritten Stopp auf den fünften Platz zurück. Die Mechaniker mussten einen zweiten Tankstutzen aufsetzen, nachdem der erste geklemmt hatte. Michael Schumacher konnte bei dieser Gelegenheit auch Räikkönen passieren, so dass am Ende ein einigermaßen versöhnlicher dritter Platz auf seiner Paradestrecke als Trost blieb.

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