Archiv
Wieder zahlreiche Tote bei Anschlägen in Bagdad

Die Serie von blutigen Selbstmordanschlägen in der irakischen Hauptstadt reißt nicht ab. Am Sonntag sprengte sich ein Selbstmordattentäter nahe der Bagdader Polizeiakademie mit seinem Wagen in die Luft.

dpa BAGDAD. Die Serie von blutigen Selbstmordanschlägen in der irakischen Hauptstadt reißt nicht ab. Am Sonntag sprengte sich ein Selbstmordattentäter nahe der Bagdader Polizeiakademie mit seinem Wagen in die Luft.

Ein Sprecher des ebenfalls nahe gelegenen Erdölministeriums sprach von 17, ein Innenministeriumssprecher von sechs Toten. Ein zweiter Selbstmordattentäter verletzte auf einem kleinen Markt im Osten von Bagdad drei Iraker und einen US-Soldaten. Ein US- Soldat starb nach Angaben des US-Militärs am Wochenende bei einem Einsatz in der westlichen Provinz Anbar.

Der erste Selbstmordattentäter hatte offenbar den Eingang der streng bewachten Polizeiakademie im Visier. Sein Fahrzeug detonierte allerdings schon an einer stark befahrenen Kreuzung zwischen der Akademie und dem Erdölministerium. Dessen Sprecher Asem Dschihad sagte unter Berufung auf seine eigenen Sicherheitsleute, dass 17 Menschen, darunter sieben Frauen und drei Kinder, ums Leben gekommen seien. Oberst Adnan Abdel Rahman, der Sprecher des Innenministeriums, sprach hingegen von sechs Toten und vier Verletzten.

In der Schiiten-Vorstadt Sadr-City einigten sich die Bewegung des radikalen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr und die irakische Übergangsregierung auf eine Waffenruhe. Der Abmachung zufolge geben die Sadr-Milizionäre von diesem Montag an ihre schweren und mittleren Waffen ab, erklärte ein Sadr-Vertrauter am Samstag in Bagdad. Die Vereinbarung wurde von einem Sprecher der Übergangsregierung bestätigt. Das US-Militär soll sich aus der Zwei-Millionen-Vorstadt zurückziehen, die irakische Polizei über die Ordnung wachen.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld traf am Sonntag zu einem nicht angekündigten Besuch im Irak ein. Wie der britische Sender BBC weiter berichtete, landete Rumsfeld auf einem Luftwaffenstützpunkt in der Wüste 200 Kilometer nordwestlich von Bagdad, um US- Marineinfanteristen zu besuchen. Später traf er in Bagdad den irakischen Übergangsministerpräsidenten Ijad Allawi. Es war der sechste Besuch Rumsfelds im Irak seit dem US-Einmarsch vor 18 Monaten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%