Wieder Zusammenstöße
Armee stärkt Chavez den Rücken

Die Armee in Venezuela hat sich hinter den Präsidenten Hugo Chavez gestellt und den seit mehr als zwei Wochen anhaltenden Generalstreik der Opposition als Angriff gegen den Staat bezeichnet.

Reuters CARACAS. "Venezuelas Armee...hält seine besten Mittel bereit, um den Versuch zu verhindern, einen sozialen und wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes herbeizuführen", erklärte am Montag der Oberbefehlshaber der Armee, General Julio Garcia Montoya. Chavez lehnt den von der Opposition geforderten Rücktritt und Neuwahlen strikt ab. Der Streik hat die Ölindustrie des fünftgrößten Erdöl exportierenden Landes stark getroffen. An den Märkten war am Montag der Ölpreis kräftig gestiegen.

Montoya rief die Vertreter der Opposition und Regierung dazu auf, eine Lösung für die innenpolitische Krise zu finden. Die Opposition hat die Armee zur Unterstützung aufgerufen. Sie wirft Chavez vor, sozialistische Verhältnisse wie in Kuba einführen zu wollen und das Land in den Ruin zu treiben. Chavez hat den Streik als illegalen Versuch zurückgewiesen, die Regierung zu stürzen. Er hatte zudem erklärt, ein von der Opposition gefordertes Referendum über sein Mandat sei der Verfassung zufolge erst nach der Hälfte seiner Amtzeit im August nächsten Jahres möglich.

Der Ausstand hat die Erdölindustrie des Landes stark getroffen. Die Ölförderung ging auf weniger als ein Drittel der normalerweise 3,1 Mill. Barrel (1 Barrel=159 Liter) pro Tag zurück. Bislang hat Chavez vergeblich Soldaten eingesetzt, um die Ölausfuhr wieder in Gang zu bringen, die etwa die Hälfte der Devisen einbringt. Der Streik hat auch die Ölmärkte unter Druck gesetzt. Der Preis für die marktführende Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im Januar schloss am Montag in London mit 28,38 Dollar pro Barrel so hoch wie seit dem 16. Oktober nicht mehr. Der US-Ölpreis stieg erstmals seit zwei Monaten über 30 Dollar.

In Caracas setzte die Polizei am Montag Tränengas und Gummiegeschosse ein, um hunderte Gegner von Gefolgsleute des Präsidenten zu trennen, die mit Eisenstangen, Flaschen und Knüppeln bewaffnet waren. Das Ausland ist bemüht, eine Wiederholung der Unruhen während eines kurzlebigen Militärputsches gegen den Präsidenten im April zu verhindern. Damals starben mehr als 60 Menschen.

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