Wiederaufnahme der Verhandlungen für Ende Oktober anvisiert
Verdi verzichtet auf Banken-Streiks

Nach Gesprächs-Signalen in dem seit April andauernden Tarifkonflikt im Bankgewerbe hat die Gewerkschaft Verdi zunächst weitere Streiks ausgesetzt.

HB/dpa STUTTGART/BERLIN. "Wir bleiben verhandlungsbereit, aber wachsam", erklärte ein Verdi-Sprecher am Montag. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft in Baden-Württemberg zu Banken-Streiks am Montag und Dienstag aufgerufen.

Nach mehr als drei Monaten Pause peilen die Tarifparteien nach Aussage der Arbeitgeber für Ende Oktober die Wiederaufnahme von Verhandlungen für die bundesweit 460 000 Beschäftigten an. Zunächst müsse auf Arbeitsebene ausgelotet werden, ob mögliche Verhandlungen überhaupt Erfolg versprechend sind, hieß es beim Arbeitgeberverband.

Arbeitgeber und Verdi sprachen von einem Einlenken jeweils der anderen Seite. Nach Darstellung der Gewerkschaft haben die Arbeitgeber inzwischen davon abgesehen, die Gehälter der Kundenberater im Vertrieb auf 65 Prozent zu senken und den Rest nur leistungsbezogen zu entgelten, erklärte ein Verdi-Sprecher in Stuttgart. "Es wird jetzt wieder geredet, und wir hoffen auf konstruktives Einlenken der Arbeitgeberseite."

Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes, Gerd Benrath, sprach dagegen von einer veränderten Position der Gewerkschaft. Die Arbeitgeber würden an ihren Plänen für eine variable Vergütung im Vertrieb festhalten. Dafür müsse eine Rahmenregelung auf tariflicher Ebene gefunden werden. Verdi habe aber inzwischen beschlossen, grundsätzlich eine Rahmenregelung zuzulassen, allerdings nur für einen bestimmten Personenkreis.

Die letzte reguläre Verhandlungsrunde war Mitte Juni. Verdi - Verhandlungsführer Hinrich Feddersen hatte kürzlich die Bereitschaft erklärt, "über variable Gehaltsanteile für einen eng begrenzten Personenkreis zu verhandeln". Allerdings dürften die Festgehälter nicht angetastet werden. Verdi hatte ursprünglich 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert, ist mittlerweile aber zu einem deutlich niedrigeren Abschluss bereit. Der Bankenverband hat seinen Mitgliedern eine freiwillige Anhebung der Gehälter um 3,1 Prozent empfohlen. Hauptstreitpunkt ist jedoch die Arbeitgeberforderung nach einem variablen Vergütungssystem für den Vertrieb.

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