Wiedergutmachung gefordert
Terroropfer verklagen Saudis und den Sudan

Mehr als 600 Angehörige von Opfern der Terroranschläge des 11. September haben Osama Bin Ladens Familie, drei saudi-arabische Prinzen, die Regierung des Sudans, Banken und zahlreiche islamische Gruppen wegen Beihilfe zu den Anschlägen verklagt.

HB WASHINGTON. Sie verlangen in der Zivilklage, die am Donnerstag beim Distriktgericht in Washington eingereicht wurde, Wiedergutmachung im Umfang von mehr als 365 Mrd. $ (371 Mrd. Euro), teilten Sprecher der Gruppe mit. Nach Expertenmeinung könnten die Forderungen sich schließlich auf mehr als eine Billion Dollar belaufen.

Unter den Klagenden sind Angehörige der Opfer aus dem World Trade Center, aus dem Pentagon und der Passagiere an Bord von Flug Nummer 93, der in einem Feld in Pennsylvania abstürzte. Mehrere Passagiere hatten die Terroristen an Bord des Flugzeugs überwältigt, bevor es sein vermutetes Ziel in Washington erreichen konnte.

"Unsere Soldaten setzen ihr Leben auf der anderen Seite des Erdballs jeden Tag aufs Spiel, um den Terroristen das Handwerk zu legen. Diese Klage ist der einzige Weg, wie wir sie von hier aus stoppen können", sagte Deena Burnett, deren Mann Tom an Bord von Flug 93 war. Sie rief die Regierung auf, Vermögenswerte der in der Klageschrift genannten Gruppen und Personen einzufrieren. Die genaue Klagesumme nannten die Anwälte nicht. Es solle aber mehr Geld dabei herauskommen, als bei den großen Prozessen gegen die Tabakindustrie. In einem außergerichtlichen Vergleich hatten die Anwälte dabei nach eigenen Angaben 365 Mrd. $ herausgeschlagen.

Die Erfolgschancen der Klage gelten als gering. Das amerikanische Außenministerium unterstützt sie nicht. Das Ministerium stellte auch nach drei Treffen mit Vertretern der Kläger nach deren Angaben keine Dokumente zur Verfügung. In einem ähnlichen Fall, dem Absturz eines Jumbos der Fluggesellschaft Panam am 21. Dezember 1988 in Lockerbie (Schottland) mit 270 Toten, warten Kläger bis heute auf Wiedergutmachung. Anfang August hatte die Regierung Libyens im Grundsatz Zahlungsbereitschaft angekündigt. Anwälte der September-11- Klage wiesen daraufhin, dass die saudische Königsfamilie über Guthaben in den USA verfüge, das leichter zugänglich wäre.

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