Wiederholte Kritik an Michael Ballak
Netzer greift Deutsche Fußball Liga an

Günter Netzer, Geschäftsführer des Sportrechtehändlers Infront, hat zum Abschluss des Jahres noch einmal die DFL angegriffen. Auch mit Michael Ballack geht er hart ins Gericht.

HB BERLIN. Günter Netzer hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) attackiert. Der Geschäftsführer des Sportrechtehändlers Infront, Inhaber der Bundesliga-Rechte, sieht die Öffentlichkeit durch die DFL falsch informiert. Der «Sonntags-FAZ» sagte der 59-Jährige: «Ehrlich gesagt gibt es da schon eine persönliche Enttäuschung über die Darstellung der DFL. Denn sie entspricht schlicht und einfach nicht den Tatsachen.»

Ursprünglich sollte Infront bis zum 31. Dezember eine Option ziehen und in der nächsten Saison 295 Millionen Euro, 2005/2006 dann 300 Millionen Euro der Liga überweisen. Infront bietet aber nur 272,5 und 277,5 Millionen, wobei Netzer die Richtigkeit der «nackten Zahlen» bestreitet.

Netzer begründet die erneute Senkung der Zahlungen - in dieser Saison werden 280 Millionen gezahlt - mit neuen Regeln durch die EU-Kommission. Danach sollen sich vor allem im Bereich Neue Medien die Vereine alleine vermarkten und die Rechte nicht mehr zentral vergeben werden können. «Die ursprünglich eingeräumte Option können wir nicht mehr wahrnehmen, weil uns die DFL nicht mehr das gesamte Rechtepaket einräumen kann. Es wäre eigentlich naheliegend gewesen, dass uns die Liga ein Angebot über die Bewertung des bestehenden Rechtepaketes macht. Darauf warten wir bis heute», so Netzer.

Auf ihrer außerordentlichen Vollversammlung in Frankfurt/Main hatten die 36 Profi-Klubs ein Infront-Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt und damit gedroht, künftig die TV-Rechte selbst an den Mann zu bringen. «Ich gehe davon aus, dass wir dann sogar mehr erzielen können», sagte Ligaverbandschef Werner Hackmann: «In allen Sendern boomt der Fußball, daran möchten wir gerne teilhaben.» Auch eine Fristverlängerung für den momentanen Partner Infront kommt für die Liga nicht in Frage.

Netzer wiederholt im Interview auch noch einmal seine Kritik an Michael Ballack (Bayern München). «Dass er ein Dirigent ist, spreche ich ihm ab. Ballack fehlen in seinem Fußball-Charakter gewisse Dinge. Er hat die Führungsmentalität nicht verinnerlicht. Diese Qualität hat er nicht. Daher kann man ihm gewisse Aufgaben nicht übertragen.»

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%