Wien und Zürich mit Gewinnen
Europas Börsen meist schwächer

Die europäischen Börsen haben am Montag frühe Verluste etwas dämpfen können, aber dennoch meist in der Verlustzone geschlossen. Unter Druck standen insbesondere Technologie-Titel. Lediglich die Börsen der deutschsprachigen Länder schlossen freundlich.

Die Telekom-Ausrüster Ericsson, Nokia und Alcatel führten das Feld der Aktien Verlierer an. Es bestehe weiterhin Überkapazität in der Branche und die Einnahmen für die Mobiltelefonie der dritten Generation würden sich verzögern, hiess es am Markt. Die Titel büssten zwischen zwei und vier Prozent ein. "Wahrscheinlich dauert es noch zwei bis drei Wochen, bis die schlechten Neuigkeiten der Telekom-Ausrüster verdaut sind. Es ist schwer voraussehbar, wo die Tiefstände der Titel liegen werden," sagte ein Aktienstratege. Im Fokus standen auch die Banken. So gaben ABN Amro nach Veröffentlichung eines Rückgangs des Quartalsgewinns um 42 Prozent rund 1,6 Prozent nach. Deutsche Bank fielen trotz des im Rahmen der Erwartungen ausgefallenen Quartalsergebnisses um 1,2 Prozent. Die deutlichsten Gewinne verzeichneten durchschnittlich Grundstoff-Werte. Vor der Veröffentlichung des Zwischenergebnisses gewann der Energiekonzern BP 0,7 Prozent.

FRANKFURT - Angesichts einer nur wenig veränderten Börseneröffnung in den USA setzten die deutschen Aktienmärkte am Montag ihre Kursverluste vom Freitag bis kurz vor Börsenschluss fort. "Die Skepsis am Markt ist noch gross, vor allem weil es an klaren Worten zur Geschäftsentwicklung im Gesamtjahr fehlt", sagte ein Börsianer. Der deutsche Markt reagiere hauptsächlich auf die Vorgaben der US-Börsen, die sich am Montag zunächst kaum von ihren deutlichen Verlusten der Vorwoche erholten. Im Blickpunkt des Geschehens standen die Papiere der Deutschen Bank, die nach der Vorlage von Quartalszahlen nachgaben, die im Rahmen der Erwartungen gelegen hatten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gewann mit einem Schlussspurt 0,2 Prozent auf 5008 Punkte.

LONDON - Die Börse London verzeichnete den tiefsten Schlussstand seit über zwei Wochen. Der FTSE-100-Index gab 0,1 Prozent auf 5153,9 Zähler nach. Trübe Firmenaussichten beidseits des Atlantiks sowie schwächere Technologie- und Pharmatitel wirkten belastend auf den Markt. Aufhellung brachten Spekulationen, die beiden Medienunternehmen Granada und Carlton Communications könnten sich zusammenschliessen. Granada gewannen 3,7 Prozent. Bei den Rohstoff-Titeln führten Anglo American vor Rio Tinto die Liste der Gewinner an. Händler verwiesen auf deutlich höhere Goldpreise. Negativ fielen die Aktien der im Gesundheitsbereich tätigen Amersham auf. Sie büssten 6,1 Prozent ein. Die Valoren des Mikrochip ARM Holdings-Herstellers gaben nach Sorgen bezüglich dem Wachstum bei Nokia um 3,7 Prozent nach.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien drehten nach einer schwächeren Eröffnung ins Plus und schlossen etwas fester. Händler sprachen vor allem von einer technischen Erholung. Im Zentrum standen ABB. Der Standardwerteindex SMI schloss 0,6 Prozent fester mit 6566,8 Punkten. Die Emission der ABB-Wandelanleihe, der die Marktteilnehmer am Freitag mit gewissen Bedenken entgegen gesehen hätten, sei doch nicht so negativ aufgenommen worden. Händler wollten den Kursgewinn von ABB von 3,6 Prozent auf 14,40 sfr nicht zu hoch gewichten. Händler sprachen auch von Deckungskäufen. Einmal mehr unterstützen die defensiven Werte Nestle, Novartis und Roche den Markt. Aber auch die Banken konnten sich von der jüngsten Abgabewelle etwas erholen. CS Group gewannen 2,1 Prozent und Julius Bär 2,5 Prozent.

PARIS - Unter der Führung der Mediengruppe Havas Advertising schloss die Börse Paris leichter. Der CAC-40-Index verlor 0,51 Prozent auf 4430,4 Punkte. Einem Händler zufolge war kein einheitlicher Trend auszumachen. So herrschen Zweifel über die Entwicklung der Unternehmensgewinne und der US-Wirtschaftsdaten. Havas gaben 7,6 Prozent nach. Zuvor hatte das Unternehmen dementiert, eine Übernahme zu planen. Gemäss Analysten dürfte eine Übernahme eine Kapitalerhöhung nach sich ziehen. Die Titel des Medienkonzerns TF1 verloren 1,78 Prozent schwächer. Der Markt befürchte, eine Erholung der Werbeausgaben könnte länger als erwartet dauern. Über zwei Prozent im Minus schlossen Alcatel.

AMSTERDAM/ BRÜSSEL - Absackende Versicherer zogen die Benelux-Börsen nach unten. Der Amsterdamer AEX-Index fiel 0,8 Prozent auf 504,4 Punkte und der Brüsseler Bel20-Index sank 1,5 Prozent auf 2771,7 Zähler. Unter Druck in Brüssel standen Fortis, die 2,1 Prozent abgaben. Zuvor hatte das Unternehmen eine Wandelanleihe von mindestens einer Milliarde Euro angekündigt. In Amsterdam lasteten die Titel des Versicherers ABM Amro. Der Konzern hält am vorsichtigen Ausblick für das laufende Jahr fest. Auch andere Finanzwerte wie ING Group oder Aegon waren schwächer.

MAILAND - An der Mailänder Börse zog der Mib30-Index marginal um 0,02 Prozent auf 32.154 Zähler an. Während die Titel des Autobauers Fiat Boden gut machen konnten, mussten Monte dei Paschi di Siena nach Gewinnmitnahmen Verluste hinnehmen. Fiat Aktien gingen 3,6 Prozent höher aus dem Handel. Monte dei Paschi büssten 1,9 Prozent ein. Kursverluste vezeichnete der Versicherer RAS. Die Titel büssten 2,5 Prozent ein.

MADRID - Der Ibex-35-Index der Madrider Börse verlor 0,4 Prozent auf 8146 Punkte. Druck ging vor allem vom Bankschwergewicht Banco Bilbao Vizcaya und Telefonica aus. BBVA büssten 2,5 Prozent ein und Telefonica verloren 0,5 Prozent.

STOCKHOLM - Der DJ StoxxNordic-Index verlor 1,2 Prozent auf 309 Zähler. Händler führten die erneut kräftigen Einbussen bei Ericsson und Nokia ins Feld. Ericsson fielen 2,3 Prozent und Nokia sackten knapp vier Prozent ab. Für etwas Aufhellung sorgten dagegen die Titel der dänischen Turbinenbauer Vestas und NEG Micon. Während Vestas 10,3 Prozent zulegten, schnellten NEG Micon 6,6 Prozent nach oben.

WIEN - Der österreichische ATX gewann 1,8 Prozent auf 1339,1 Punkte. Erste Bank stiegen 6,89 Prozent und zogen den Index kräftig ins Plus. "Die geht noch weiter", sah ein Händler weiteres Potenzial für Erste Bank. Der Anstieg habe gemäss Händlern zu Gerüchten über "eine grosse Hand", die hinter den Käufe stehe, geführt. VA Tech verzeichneten dagegen Verluste.

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