Wiener Bankengruppe prüft den Börsengang
Raiffeisen Zentralbank sucht Partner

Die österreichische RZB Raiffeisen Zentralbank ist auf Kapitalsuche für das Osteuropa-Geschäft der Gruppe. „Im Prinzip ist mittel- bis langfristig ein Börsengang vorstellbar“, sagte RZB-Vorstand Herbert Stepic dem Handelsblatt.

cbu MÜNCHEN. Die österreichische RZB Raiffeisen Zentralbank ist auf Kapitalsuche für das Osteuropa-Geschäft der Gruppe. "Im Prinzip ist mittel- bis langfristig ein Börsengang vorstellbar", sagte RZB-Vorstand Herbert Stepic dem Handelsblatt. Seit einem Jahr werden auch intensive Gespräche mit möglichen Partnern geführt, die bisher aber kein Ergebnis brachten. Stepic kündigte jetzt bis spätestens Jahresende eine endgültige Entscheidung an.

Die genossenschaftliche RZB- Gruppe, eine der größten Banken Österreichs, hat das Osteuropa-Geschäft in der RIB Raiffeisen International Beteiligungs AG mit Sitz in Wien gebündelt. "Wir sind mit der RIB börsenreif", betonte Stepic. In der RIB sind vierzehn Geldinstitute in Mittel- und Osteuropa zusammengefasst. Die gesamte Bilanzsumme liegt bei etwa 15 Mrd. Euro mit 680 Filialen und 20 000 Mitarbeitern sowie 1,9 Millionen Privat- und 500 000 Firmenkunden. Im Durchschnitt der nächsten fünf Jahre ist eine Rendite von etwa 20 Prozent pro Jahr geplant.

Bei der Kapitalsuche sei die RZB nicht unter Druck, betonte Stepic: "Wir sind durchaus ausfinanziert." Aber mittelfristig sei eine gute Kapitalausstattung sicherzustellen, um das Wachstum zu finanzieren. Die österreichische RZB-Gruppe, die derzeit 100 Prozent an der RIB hält, selbst ist nicht an der Börse, entsprechende Pläne gibt es auch nicht. Problem: Die RZB-Gruppe will höchstens 49 Prozent der RIB-Anteile abgeben und selbst die Führung behalten. Nicht zuletzt deshalb scheiterten bisher Verhandlungen mit Partnern. Gespräche etwa mit der Frankfurter DZ-Bank laufen derzeit nicht mehr aktiv. Die Öffnung der RIB werde ohnehin schrittweise erfolgen, heißt es. Denkbar wäre auch, dass eine Geschäftsbank einsteigt, die dann ihr eigenes Osteuropa-Geschäft einbringt.

Die RZB-Gruppe war vor etwa 15 Jahren einer der ersten Auslandsbanken, die nach Osteuropa expandierten. Mittlerweile sind viele internationale Banken, aber auch weitere österreichische Kreditinstitute gefolgt. Die Bank Austria, eine Tochter der Hypo-Vereinsbank, wie die RZB nahezu flächendeckend in Osteuropa präsent, plant für Ende Juni den Gang an die Börse. Für etwa 25 % der Anteile soll mehr als eine Mrd. Euro erlöst werden, die dann in den weiteren Ausbau des Osteuropa-Geschäftes fließen sollen.

Auch die börsennotierte Erste Bank, Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen, ist inzwischen die größte Privatkundenbank in Tschechien und der Slowakei. Derzeit versucht Erste-Chef Andreas Treichl in Bulgarien zum Zug zu kommen und bietet für den dortigen Marktführer DSK-Bank.

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