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Wiener Bundesregierung rechnet mit Siemens-Rückzug bei VA Tech

München/Wien (dpa-AFX/APA) - Der Münchener Elektronikkonzern Siemens will seine Übernahmepläne für den Mischkonzern VA Tech angesichts des massiven Widerstands in Österreich offenbar aufgegeben. Der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser sagte am Dienstag in Wien, er rechne nicht mehr mit einer Übernahme durch Siemens. Zuvor hatte die Bundesregierung den Privatisierungsauftrag der staatlichen Öiag verändert, damit die Staatsholding bei einer Kapitalerhöhung mitziehen sowie ihren Anteil von 15 % aufstocken könne.

München/Wien (dpa-AFX/APA) - Der Münchener Elektronikkonzern Siemens will seine Übernahmepläne für den Mischkonzern VA Tech angesichts des massiven Widerstands in Österreich offenbar aufgegeben. Der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser sagte am Dienstag in Wien, er rechne nicht mehr mit einer Übernahme durch Siemens. Zuvor hatte die Bundesregierung den Privatisierungsauftrag der staatlichen Öiag verändert, damit die Staatsholding bei einer Kapitalerhöhung mitziehen sowie ihren Anteil von 15 % aufstocken könne.

Grasser sagte nach einem Gespräch mit den Vorständen von Öiag und VA Tech, die österreichische Regierung betrachte jede Übernahme durch Siemens und den Finanzinvestor Kovats als feindliche Übernahme. Er gehe aber "davon aus, dass Siemens diese Signale richtig interpretiert". Ein Siemens-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.

Betriebsversammlungen

Der Siemens-Vorstand hatte am Dienstag in München über das weitere Vorgehen beraten. Beschlüsse seien aber nicht zu erwarten, sagte der Sprecher. Vor der Münchner Hauptverwaltung demonstrierten rund 100 VA Tech-Mitarbeiter gegen die mögliche Übernahme und Zerschlagung ihres Konzerns.

In Österreich fanden Betriebsversammlungen für alle 8 000 Inlandsbeschäftigten statt. Der Konzernbetriebsrat, der für den Fall einer Übernahme den Verlust von tausenden Arbeitsplätzen befürchtet, hatte am Montag für den Fall einer Übernahme indirekt mit Streikmaßnahmen gedroht.

Einstieg Könnte Siemens 900 MIO Euro Kosten

In der Vorwoche hatte Siemens erstmals generelles Interesse an Teilbereichen der VA Tech bestätigt. Eine Übernahme könnte Siemens laut Medienberichten bis zu 900 Mill. ? kosten. VA Tech erwartet für 2004 einen Netto-Verlust von 65 Mill. bis 70 Mill. ?.

Die Victory Industriebeteiligung AG um den Industriellen Mirko Kovats ist mit 12,53 % an der VA Tech beteiligt. Die staatliche Österreichische Industrieholding Öiag hält 15 %. Die übrigen 72,47 % der 15 Mill. Aktien sind im Streubesitz. Medienberichten zufolge planen Siemens und Victory ein Angebot von 55 bis 60 ? je VA Tech-Aktie. Am Dienstag verlor das Papier im Xetra-Handel 1,52 % auf 52,00 ?.

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