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Wienerberger baut zu einem günstigen Zeitpunkt aus

Die Wienerberger AG zeigte mit dem Erwerb der kontinentaleuropäischen Ziegelaktivitäten der britischen Hanson Plc Gespür für richtiges Timing.

rtr WIEN. Die Briten wollten ihre nichtenglischen Werke aufgeben und standen darin sogar fast unter Zugzwang, so Marktbeobachter, weil sie ihren Schuldenberg reduzieren müssen. So kommt Wienerberger - falls Brüssel "ja" zu dem Deal sagt - nach längerem Warten wieder ein schönes Stück im Ausbau des Konzerns weiter.

Auch der Kaufpreis von 64,5 Mill. ? kann als günstig bezeichnet werden. Denn der kontinentale Ziegelarm von Hanson wurde schuldenfrei übernommen und hat eine Kapazität von 960 Mill. Ziegeleinheiten. Dass es dabei nicht bleiben wird, versteht sich; dass Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer zum gegenwärtigen Zeitpunkt über Anpassungen der Kapazität und bei den derzeit 1060 Beschäftigten nichts sagen will und gar nichts sagen kann, versteht sich ebenso. Eine Rücknahme hier und da liegt allerdings bei der aktuellen Konjunktursituation fast auf der Hand.

Die Übernahme von Hanson Brick Continental bedeutet für Wienerberger auch einen weiteren regionalen Schritt. In Polen hatte der Weltmarktführer bei Ziegeln bisher noch keine Vormauerziegel-Produktion. Hier muss allerdings eingeschränkt werden, dass insbesondere das Geschäft in Polen im Vorjahr schlecht verlaufen ist, weil dort die Konjunktur beonders schwach war. Ob das aktuelle Regime Verbeserungen schaffen will und kann, bleibt fraglich. Wahlen sind nicht in Sicht, allerdings wird der geplante Beitritt zur Europäischen Union Druck auf die Warschauer Regierung schaffen, die Wirtschaft neu zu ordnen.

Der Erwerb ist als klarer Ausbau der Aktivitäten im Bereich Vormauerziegel zu verstehen, die bisher schon unter dem Markennamen Terca vertrieben werden. Schließlich sind 19 der 23 neuen Werke mit der Produktion derselben beschäftigt. Damit positioniert sich Wienerberger noch stärker als bisher im Hochqualitätssektor, der nicht so starken konjunkturellen Schwankungen unterworfen ist und auch als stablier bei den Preisen gilt.

Zuversichtlich zeigt sich Reithofer auch, was die Ertragswirksamkeit der Neuakquisition anbelangt: "Durch die Integration des kontinentaleuropäischen Ziegelgeschäfts von Hanson in die Wienerberger/Terca-Organisation bietet sich ein hohes Synergiepotenzial, das die Marktleistungen und die Ertragskraft der Gruppe entscheidend stärken wird", heißt es in einer Aussendung vom Dienstag anlässlich des Kaufs. Wienerberger habe in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass übernommene Unternehmen erfolgreich in vorhandene Strukturen integriert und der Unternehmenswert hatte gesteigert werden können.

Nach einer Durststrecke haben Wienerberger-Aktien im laufenden Jahr gut performt. Sie legten bei einem Zwischenstand von 18,39 (17,85) heute um 10.40 MEZ bisher insgesamt 16,8 % zu. 2001 verlor die Aktie 17,6 % an Wert. Die Vorjahresdividende betrug 0,80 ?.

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