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Wiesehügel: Ostdeutschland vor dem wirtschaftlichen Absturz

dpa BERLIN. Der Chef der Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt, Klaus Wiesehügel, hat die Einschätzung von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) unterstützt, Ostdeutschland stehe an der Kippe zum wirtschaftlichen Absturz. "Ich teile das unbedingt", sagte er am Freitag im DeutschlandRadio Berlin. Der SPD-Bundestagsabgeordnete forderte im Rahmen des Bündnisses für Arbeit zugleich ein Gesetz, das die Zahl der Überstunden begrenzt: "Wir müssen die Stunden gesetzlich einschränken. Was da passiert, ist wildester Kapitalismus. Es führt nicht zur mehr Arbeit, sondern zur Arbeitslosigkeit."

Im Baugewerbe in Ostdeutschland werde oftmals zwölf Stunden am Tag gearbeitet, die 60-Stunden-Woche sei üblich, während viele Bauarbeiter arbeitslos seien. Wiesehügel machte politische Entscheidungen Anfang der 90er Jahre sowie die niedrigen Löhne in Ostdeutschland für die Lage verantwortlich: "Wenn die Menschen kein Geld zur Verfügung haben, um Waren zu kaufen, wenn die Menschen kein Geld haben, um Handwerker zu bezahlen, dann wird die Wirtschaft im Osten auch nicht florieren können." Er forderte zudem, nicht Subvention und Arbeitslosigkeit, sondern Arbeit zu finanzieren - "unter Umständen auch öffentliche Arbeit". In diesem Punkt müssten einige seiner Parteifreunde umdenken.

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