Wilde Spekulationen um die Sommer-Nachfolge
Wiedeking wird nicht Telekom-Chef

Seit Juni ist der Chefsessel bei der Telekom nur kommissarisch besetzt. Laut "Bild"-Zeitung sind für die endgültige Lösung nur noch vier Kandidaten im Rennen, darunter auch Porsche-Chef Wiedeking.

Reuters BERLIN. Ein Telekom-Sprecher sagte am Dienstag in Bonn, das Unternehmen kommentiere Medienspekulationen nicht. Die "Bild"-Zeitung hatte unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet, bei dem Bonner Konzern seien noch vier Manager als mögliche Nachfolger für den Mitte Juli zurückgetretenen Vorstandschef Ron Sommer im Rennen.

Zu den Kandidaten gehörten Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick und T-Mobile-Chef Kai-Uwe Ricke als interne Lösung sowie Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel und der Porsche-Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking. Ricke gelte dabei als Favorit, schrieb die Zeitung.

Telekom-Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Winkhaus wollte sich nicht zu Details der Suche nach einem Sommer-Nachfolger äußern. "Wir sind tätig", sagte Winkhaus lediglich. Eine Entscheidung solle bis Jahresende getroffen werden, bekräftigte der Aufsichtsratschef frühere Aussagen.

Zu den von der "Bild"-Zeitung und auch anderen Medien bereits mehrfach genannten angeblichen Favoriten für die Nachfolge wollte Winkhaus keinen Kommentar abgeben. "Eine Kandidatensuche umfasst immer mehrere", sagte er nur. Die Bundesregierung werde aber an der Nachfolgeregelung beteiligt, da die Entscheidung über die Neubesetzung im Aufsichtsrat falle, in dem auch die Regierung vertreten sei.

Unterdessen hat der Stuutgarter Autobauer Porsche dementiert, dass Vorstandschef Wiedeking zur Telekom gehe. Wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag erklärte, hat Wiedeking gerade am 1. Oktober seinen neuen Vertrag als Porsche-Vorstandsvorsitzender unterzeichnet. Der neue Vertrag läuft bis 2007. Die "Bild"-Zeitung hatte am Dienstag berichtet, dass Wiedeking - neben anderen Kandidaten - als externer Bewerber für den Posten als Vorstandsvorsitzender der Deutsche Telekom gilt.

Wie es bei der Porsche heißt, wäre es zumindest kein guter Stil, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende des Sportwagenherstellers, Helmut Sihler, der derzeit auch Interims-Vorstandsvorsitzender der Deutsche Telekom ist, Wiedeking von Porsche zur Telekom hinüberziehen würde.

Der mehr als sieben Jahre als Telekom-Chef amtierende Ron Sommer war zurückgetreten, nachdem er wegen des Kurssturzes der Aktie, der Vorstandsvergütung sowie der Verschuldung des Unternehmens in die Kritik geraten war und dabei den Rückhalt der Bundesregierung als größtem Aktionär verloren hatte. Der frühere Aufsichtsratschef Helmut Sihler nimmt seit Sommers Ausscheiden die Führung des Vorstands kommissarisch wahr und hatte angekündigt, dass die Entscheidung über einen neuen Vorstandschef bis Ende dieses Jahres fallen solle.

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