Wildmoser: „Bedenkzeit“
„Icke“ bietet Rücktritt an

Thomas Häßler hat aus der Kritik und den Querelen beim TSV 1860 München die Konsequenzen gezogen und seinen sofortigen Abschied vom Fußball-Bundesligisten angekündigt. "Er hat seinen Rücktritt angeboten, aber es gibt jetzt noch ein wenig Bedenkzeit", sagte Präsident Karl-Heinz Wildmoser.

HB/dpa MÜNCHEN. Der Vereinschef hatte den 36-Jährigen nach dem Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund (0:0) am Samstag hart kritisiert und ihm neben schlechten Leitungen indirekt Habgier und eine unprofessionelle Außendarstellung vorgehalten. Die Vorwürfe haben den zuletzt bei den "Löwen" äußerst unzufrieden wirkenden Häßler offenbar dazu bewogen, vier Spiele vor Saisonende aufzugeben.

Die Ankündigung des Rücktritts sorgte auf dem Vereinsgelände des TSV 1860 am Dienstag für Verwirrung. Während Trainer Falko Götz jegliche Kenntnis über den angeblichen Abschied des zuletzt nur noch mit Kurzeinsätzen bedachten Spielmachers abstritt, kündigte Pressesprecher Werner-Johannes Müller ein klärendes Gespräch an. Wildmoser stellte Häßler mehrere Tage Bedenkzeit in Aussicht.

An seiner grundsätzlichen Kritik an dem bei den Fans nach wie vor sehr beliebten Berliner änderte der Vereinschef aber nichts: "Dazu ist alles gesagt. Sein Verhalten war nicht so, wie ich mir das wünsche." Der 101fache Nationalspieler hatte nach dem Dortmund-Spiel Unmut über seine Situation geäußert. "Was hier abläuft, verstehe ich nicht", hatte Häßler gesagt.

Häßler war vor vier Jahren zu den "Löwen" gewechselt und hatte bereits nach der letzten Saison nur nach langen Diskussionen einen Vertrag für ein weiteres Jahr bekommen. Wegen der angespannten Finanzsituation hatten die Münchner von einer Verlängerung des Vertrages mit dem angeblich mit 1,5 Mill. ? entlohnten Mittelfeldspieler nun Abstand genommen. Nach seiner erneuten Knieoperation im Januar war Häßler unter Götz nur zu zwei Kurzeinsätzen gekommen. Offenbar sollte der als sensibel geltende "Icke" durch die Kurzeinsätze bis zum Saisonschluss exakt auf 400 Bundesliga-Einsätze kommen.

Eventuell könnte Häßlers neunminütiger Einsatz gegen Dortmund nun sein letztes Spiel in der Bundesliga gewesen sein. Auch sein erstes Spiel im Oberhaus hatte der 1,66 m große Profi am 29. September 1984 - damals im Trikot des 1. FC Köln - gegen den Vorjahresmeister bestritten. In seinen 396 Bundesliga-Partien erzielte er für Köln, Karlsruhe, Dortmund und die "Löwen" 68 Tore. Von 1990 bis 1994 spielte er für vier Jahre bei Juventus Turin und AS Rom in Italiens Seria A. Über seine Zukunftspläne hatte sich Häßler zuletzt immer bedeckt gehalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%