"Williams an Hickhack schuld"
Ralf Schumacher greift Arbeitgeber an

Formel-1-Pilot Ralf Schumacher hat schwere Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber BMW-Williams erhoben. Einen Abschied vom Team schließt er nicht aus.

HB BERLIN. Formel-1-Pilot Ralf Schumacher erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber BMW-Williams. Selbst mit einem Abschied vom Team droht er. In «Bild am Sonntag» kritisiert der 28-Jährige vor allem Teamchef Frank Williams. «Er stellt mich als Abzocker dar. Ich bin menschlich schwer enttäuscht von ihm», sagte Schumacher. Der jüngere der beiden Schumacher-Brüder führt seit längerem Vertragsgespräche, seit jetziger Kontrakt läuft Ende 2004 aus.

Frank Williams habe Zusagen nicht gehalten und damit das Hickhack um die Vertragsverlängerung hervorgerufen. «Wenn mir jemand etwas zusagt und das per Handschlag besiegelt, dann gehe ich davon aus, dass das danach nicht wieder gebrochen wird», so Schumacher. «Ich wollte unterschreiben. Wir hatten uns für das Saisonfinale in Japan verabredet. Aber dann war Frank Williams nicht da und hat sein Angebot plötzlich zurückgezogen.» Schumacher selbst sagt, dass er sogar fast auf die Hälfte seines Gehaltes verzichten würde. Die Gegenseite hatte aber gerade die Gehaltsfrage zuletzt als Streitpunkt genannt.

Schumacher sieht nun seinen Arbeitgeber für die weiteren Verhandlungen im April «unter großem Druck. «Wenn sie nach Montoya für 2005 auch noch den zweiten Fahrer verlieren, haben sie ein Problem», glaubt er. Der Kolumbianer Juan Pablo Montoya hat seine Zukunft längst gesichert und fährt nach dieser Saison, die am 7. März in Melbourne startet, für den BMW-Konkurrenten McLaren-Mercedes.

Auch Ralf Schumacher kann sich inzwischen einen Abschied von den Blau-Weißen durchaus vorstellen. «So schwer mir und meinem Manager Willi Weber eine Trennung von unseren BMW-Freunden fallen würde - vielleicht kommt es dazu. Das wäre sehr traurig, aber ich kann mich von Frank Williams nicht veräppeln lassen», erklärte Schumacher.

Dennoch hat der Kerpener vor, in dieser Saison endlich Weltmeister mit dem Team zu werden. Er fährt seit 2000 für den deutsch-englischen Rennstall. «Wir haben lange genug vom Titel geredet - es wird Zeit, dass wir ihn auch holen», sagte Schumacher und wiederholte seine Ambitionen, seinen Bruder, den sechsmaligen Champion Michael, in diesem Jahr bezwingen zu wollen.

Das möchte auch Montoya. Der «Welt am Sonntag» erklärte der WM-Dritte, dass Michael Schumacher längst nicht mehr das beste Auto habe und sich auf starken Gegenwind der jüngeren Fahrer einstellen müsse. «Seine Leistungen sprechen für sich, aber Michael hatte auch nie eine extrem starke Opposition in seiner Karriere. Dieses Jahr wird sich das ändern», sagte der 28-Jährige.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%