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Williams-BMW erlebt Übersee-Debakel

Indianapolis (dpa) - Nach dem Debakel in Nordamerika steht Williams-BMW vor der größten Herausforderung seit dem Formel-1-Wiedereinstieg des Münchner Autokonzerns vor vier Jahren.

Indianapolis (dpa) - Nach dem Debakel in Nordamerika steht Williams-BMW vor der größten Herausforderung seit dem Formel-1-Wiedereinstieg des Münchner Autokonzerns vor vier Jahren.

«Diese beiden Rennen sind eine Charakterprobe», sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen nach den Nullnummern von Montréal und Indianapolis innerhalb von sieben Tagen mit Blick auf die Zukunft. Mit drei Disqualifikationen und dem Schock des schweren Unfalls von Ralf Schumacher kehrt das britisch-bayerische Team nach Europa zurück. «Es hat so viele Querschläge gegeben in den zwei Rennen, wie man sie normalerweise in einer ganzen Saison nicht hat», meinte Theissen.

Dabei fing der Trip nach Kanada und USA verheißungsvoll an. «Wir haben in Montréal und auch in Indianapolis gesehen, dass das Auto kommt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und uns für die zweite Saisonhälfte noch etwas Ordentliches vornehmen können», hofft Theissen trotz der Rückschläge auf eine positive Wende wie im Vorjahr.

Williams-BMW war in dieser Saison mit dem Anspruch angetreten, endlich Dauer-Weltmeister Ferrari abzulösen. Doch bei WM-Halbzeit sind die Blau-Weißen weiter denn je von ihrem Ziel entfernt. Nach dem 9. von 18 Rennen rangiert das Team mit 36 Zählern an vierter Stelle der Konstrukteurswertung - 125 Punkte hinter der souveränen Scuderia. In der Fahrer-WM ist Juan Pablo Montoya Sechster, Ralf Schumacher Achter mit meilenweitem Rückstand auf Michael Schumacher.

War der Unfall von Saison-Pechvogel Ralf Schumacher ein unglückliches Ereignis, muss sich das Team die drei Disqualifikationen in zwei Rennen binnen einer Woche selbst zuschreiben. In Montréal wurden Schumacher und Montoya wegen regelwidriger Bremsbelüftungen nachträglich aus der Wertung genommen.

In Indianapolis sah Montoya die Schwarze Flagge, weil er zwei Sekunden zu spät die Startaufstellung verlassen hatte, um in den Ersatzwagen zu wechseln, nachdem sein Auto vor der Aufwärmrunde nicht angesprungen war. Erst nach 58 Runden signalisierten die Kommissare dem Kolumbianer das Aus. «Die Zeit bis zur Entscheidung war zu lang», kritisierte Theissen.

Die Vorfälle haben das ohnehin nicht einfache Verhältnis zwischen Williams und BMW zusätzlich belastet. Jedoch stellte sich Theissen demonstrativ hinter Williams' neuen Technischen Direktor Sam Michael, der erst seit Mai im Amt ist. «Das nennt man Feuertaufe», sagte der BMW-Mann und nahm den gesamten Rennstall in die Verantwortung: «Das ist eine Frage der Präzision im Team und der äußeren Umstände, die uns einfach dazwischen gekommen sind.»

Der 33-jährige Australier Michael flüchtete sich in die üblichen Redewendungen: «Wir sind Kämpfer und beabsichtigen, stark zurückzukommen.» Beim nächsten Rennen in Magny Cours am 4. Juli sollen Weiterentwicklungen am Wagen zum Einsatz kommen, die endlich den Weg aus der Krise weisen. Theissen meinte: «Jetzt kommt es darauf an, wie man alles wegsteckt und abstreift.»

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