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Williams-BMW: Vom Ferrari-Jäger zum Sorgenkind

Indianapolis (dpa) - Aus dem Ferrari-Jäger Williams-BMW ist ein Sorgenkind geworden. Nach nicht einmal der Hälfte der Formel-1-Saison hat sich der britisch-deutsche Rennstall von seinen großen Zielen in diesem Jahr verabschiedet.

Indianapolis (dpa) - Aus dem Ferrari-Jäger Williams-BMW ist ein Sorgenkind geworden. Nach nicht einmal der Hälfte der Formel-1-Saison hat sich der britisch-deutsche Rennstall von seinen großen Zielen in diesem Jahr verabschiedet.

Statt um einen WM-Titel zu fahren, suchen die «Blau-Weißen» bescheiden nur noch den Anschluss an die Spitze. «Es geht für uns darum, möglichst gute Rennergebnisse einzufahren, wenn es geht den ein oder anderen Sieg. Und natürlich unsere Position in der Konstrukteurswertung zu verbessern», sagt BMW - Motorsportdirektor Mario Theissen.

Vor dem Großen Preis der USA sieht die Zwischenbilanz durchwachsen aus: Ein Podiumsplatz von Juan Pablo Montoya in Malaysia, drei Renn-Ausfälle wegen technischer Defekte, der unsinnige Startunfall von Montoya mit seinem Teamkollegen Ralf Schumacher am Nürburgring, permanente Gerüchte, wer 2005 bei Williams-BMW fährt, die Ablösung des Technischen Direktor Patrick Head durch Sam Michael - und die peinliche Disqualifikation der beiden Williams-BMW in Kanada wegen regelwidriger Bremsbelüftungen. In der Konstrukteurs-Wertung rangiert das Team deshalb mit nur 36 Zählern 88 Punkten hinter Ferrari (124 Punkte) an vierter Stelle. Montoya (24) und Ralf Schumacher (12) sind nur Sechster und Siebter.

Theissen enthielt sich jeden Kommentars zu den Vorfällen in Kanada, weil die Bremsanlage in den Verantwortungsbereich des Partners fällt. Er verwies daher auf Williams neuen Technischen Direktor Michael, der den dummen Fehler einräumen musste. Das ohnehin nicht einfache Verhältnis zwischen Williams und dem Münchner Autoriesen verbesserte sich durch die Disqualifikation nicht gerade.

Schon in den Wochen zuvor hat BMW Druck auf Williams ausgeübt. Auch zum Wechsel auf dem Posten des Technischen Direktors soll das deutsche Unternehmen gedrängt haben. Es hatte sich gezeigt, dass nicht die Leistung des BMW-Motors Grund für die Probleme ist, sondern vielmehr das von Williams und Patrick Head zu verantwortende Chassis.

Nun brüten seit Wochen die Ingenieure in Hightech-Zirkeln am Williams-Stammsitz in Grove über Verbesserungen. Doch anders als im vergangenen Jahr als Williams-BMW mit einem schwachen Auto in die Saison startete und im Laufe des Jahres durch einen Kraftakt beinahe Ferrari noch die Titel abspenstig machen konnte, tut sich vor allem der britsche Partner diesmal schwer, Fortschritte zu erzielen. «Die anderen rüsten auf. Nur wir bleiben stehen», brachte Montoya die Probleme auf den Punkt.

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