Williams-Team legte Protest gegen Entscheidung ein
Schumi II der Sündenbock

Die Rennkommissare haben Ralf Schumacher die Schuld an der Startkollision beim Großen Preis von Deutschland gegeben und den Kerpener mit einer Strafe belegt. Der Williams-BMW - Pilot wird beim nächsten Rennen am 24. August in Budapest zehn Plätze in der Startaufstellung zurückversetzt, teilte die Rennleitung am Sonntagabend in Hockenheim mit.

HB/dpa HOCKENHEIM. Ralf Schumacher habe eine "vermeidbare Kollision" verursacht und damit gegen Artikel 53 des sportlichen Reglements verstoßen, hieß es in der Mitteilung weiter. Durch den Unfall kurz nach dem Start waren Ralf Schumacher, Rubens Barrichello und Kimi Räikkönen ausgeschieden. Das Williams-Team erklärte offiziell die Absicht, in Berufung zu gehen.

"Das Team hat Einspruch eingelegt. Insofern kann ich im Moment ohnehin nicht viel dazu sagen", erklärte Ralf Schumacher in einer ersten Reaktion. Er werde die Entscheidung akzeptieren. "Aber - um ehrlich zu sein - würde ich das Ganze zwar als unglücklich, aber auch als normalen Renn-Unfall werten."

Berufung muss in solchen Fällen vom nationalen Sportverband des Fahrers, in diesem Fall der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB), innerhalb von sieben Tagen eingereicht werden. Danach müsse sich das internationale Berufungsgericht des Weltverbandes FIA mit der Angelegenheit befassen, erklärte eine FIA-Sprecherin in Hockenheim.

Beim 12. Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft waren die drei etwa 200 m nach dem Start kollidiert. Räikkönen drehte sich daraufhin mehrmals und prallte mit rund 150 km/h in die Reifenstapel. Der finnische Silberpfeil-Pilot kam vorübergehend zur Beobachtung ins Streckenhospital; er erlitt ein Schleudertrauma und Prellungen in der linken Wade. Ralf Schumacher konnte seinen schwer beschädigten Williams-BMW noch in die Box bringen, musste dann aber aussteigen.

"Ich habe nur versucht, meine Position zu verteidigen. Ich habe weder einen plötzlichen Richtungswechsel vorgenommen noch etwas anderes in der Art", hatte Ralf Schumacher seine Sicht der Dinge nach dem Rennen geschildert. Die Kommissare erklärten, Ralf sei nach links gezogen. Zudem habe er zugegeben, nicht auf die Position der anderen Autos geachtet zu haben, hieß es weiter in der Mitteilung. Es sei "absolut klar", dass Ralf Schumachers Auto Barrichellos Ferrari berührt habe, welcher wiederum Räikkönens McLaren-Mercedes touchierte. Barrichello und Räikkönen seien "in Umstände verwickelt worden, über die sie keine Kontrolle hatten".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%