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Williams und Scharapowa stehen im Finale

Der Veranstalter und die Fans der Damen-Tennis-WM haben ihren Wunsch erfüllt bekommen. Publikumsliebling Serena Williams spielte in Los Angeles zum dritten Mal um den Titel. Und das gegen die erstmals in einem WM-Endspiel stehende Maria Scharapowa.

dpa LOS ANGELES. Der Veranstalter und die Fans der Damen-Tennis-WM haben ihren Wunsch erfüllt bekommen. Publikumsliebling Serena Williams spielte in Los Angeles zum dritten Mal um den Titel. Und das gegen die erstmals in einem WM-Endspiel stehende Maria Scharapowa.

Ein zugkräftigeres Duell um die Siegprämie von einer Million Dollar als das zwischen den beiden aufreizendsten Spielerinnen, so Marketing-Chef Shawn Hunter, hätte es im Staples Center nicht geben können. Zumal die Titelträgerin von 2001 mit dem 17 Jahre alten Teenager noch eine Rechnung offen hat. Vor vier Monaten hatte das farbige US-Girl gegen die blonde Russin das Wimbledon-Endspiel in zwei Sätzen verloren.

"Ich glaube nicht, dass ich das Wimbledon-Finale gespielt habe", antwortete Williams mit ernster Mine, als sie zu der 1:6, 4:6-Niederlage befragt wurde, die sie als inakzeptabel bezeichnet: "Ich weiß nicht, wer es war. Ich war dieses Jahr nicht in Wimbledon." Als Scharapowa mit den Äußerungen ihrer sechs Jahre älteren Rivalin konfrontiert wurde, wirkte sie für einen Moment irritiert. Dann erwiderte sie mit kecker Stimme: "In Wirklichkeit spielte eine gegen mich. Aber sie war ja vielleicht in Wirklichkeit nicht da, wer weiß."

Wie dem auch sei - das Postergirl der sechstägigen Veranstaltung war über ihren Finaleinzug beim WM-Debüt nicht weniger glücklich als über ihren ersten Grand-Slam-Triumph. Deshalb wollte sich Scharapowa auch keine Gedanken über ihre prozentuale Siegchance machen. "Ich werde rausgehen und mein Spiel spielen. Alles andere wird sich dann zeigen", meinte sie lapidar. Die in Florida lebende Weltranglisten-Sechste hatte sich im russischen Halbfinale nach schwachem Beginn gegen French-Open-Siegerin Anastasia Myskina (3.) mit 2:6, 6:2, 6:2 durchgesetzt. Es war im vierten Vergleich ihr erster Erfolg.

Das Semifinale zwischen Williams (8.) und der Weltranglisten-Zweiten Amelie Mauresmo, die elf Spiele hintereinander nicht verloren hatte, war derweil an Hochklassigkeit und Spannung kaum zu überbieten. Zwei Stunden und 33 Minuten fighteten beide vor 9 000 Zuschauern verbissen um jeden Punkt, bis schließlich Williams mit dem ersten Matchball zum 4:6, 7:6 (7:2), 6:4 ihr Weiterkommen perfekt machte. Vor Freude hüpfte die sechsmalige Grand-Slam-Gewinnerin in ihrem weißen Faltenröckchen und dem hautengen, pinkfarbenen Shirt wie ein Flummi am Netz herum. Die Französin eilte währenddessen völlig frustriert aus der Arena.

Kein Wunder, nach den zahlreich vergebenen Break-Chancen. Im dritten Satz boten sich gleich zwölf, doch nicht eine konnte Mauresmo nutzen. Die Dramatik erreichte ihren Höhepunkt im achten Spiel, nachdem Williams das Break zum 4:3 geglückt war. Mauresmo hatte fünf Breakbälle, 13 Mal gab es Einstand, 32 Punkte wurden ausgespielt, ehe Williams auf 5:3 davonzog. "Sie verdient die ganze Anerkennung. Ich habe gutes Tennis gespielt, doch sie hat sich unheimlich gesteigert", sagte die faire Verliererin.

Die Vorjahresfinalistin musste gegen die jüngere Williams-Schwester nicht nur ihre achte Niederlage im neunten Vergleich hinnehmen und ihre Hoffnung auf den ersten WM-Triumph begraben. Von ihrem Scheitern profitierte zudem Lindsay Davenport, die nun zum dritten Mal nach 1998 und 2001 ein Kalenderjahr als Nummer eins der Weltrangliste beendet. Die Kalifornierin hatte am Vortag Williams in drei Sätzen bezwungen, war aber wegen des schlechteren Satzverhältnisses als Dritte der Roten Gruppe hinter Myskina und Williams ausgeschieden.

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